July 29, 2013 / 7:09 AM / 5 years ago

Papst ruft Jugend zur Mission auf - Geht ohne Furcht

Rio de Janeiro (Reuters) - Papst Franziskus hat zum Abschluss des Weltjugendtags in Brasilien die Menschen aufgefordert, den Geist des Treffens in ihre Heimatländer zu tragen.

“Geht ohne Furcht, um zu dienen”, rief er am Sonntag den rund drei Millionen jungen Menschen zu, die sich auf dem kilometerlangen Strand der Copacabana drängten. “Die Erfahrung dieser Begegnung darf nicht auf euer Leben oder die kleine Gruppe der Pfarrgemeinde, der Bewegung beziehungsweise eurer Gemeinschaft beschränkt bleiben”, sagte er auf einer großen weißen Bühne am Nordende des Strandes. “Jetzt ist die Verkündung euch anvertraut, damit sie mit neuer Kraft erschallt.” Viele der Jugendlichen hatten bereits an der Copacabana geschlafen, um dem Gottesdienst am Morgen möglichst nah beim Papst folgen zu können.

JUGENDLICHE SOLLEN JUGENDLICHE EVANGELISIEREN

“Wisst ihr, welches das beste Mittel ist, um die Jungendlichen zu evangelisieren?”, fragte Franziskus seine Zuhörer, um gleich die Antwort selbst zu geben: “Ein anderer Jugendlicher! Das ist der Weg, den ihr gehen müsst.” Dazu sei jeder in der Lage, nicht nur Priester. “Wenn wir die Herausforderungen gemeinsam angehen, dann sind wir stark, dann entdecken wir Reserven, deren wir uns nicht bewusst waren.”

Zuvor schon hatte Papst Franziskus bei dem Jugend-Festival zu Veränderungen in der Gesellschaft und auch der katholischen Kirche aufgerufen. Bei seiner ersten offiziellen Auslandsreise forderte er die junge Generation auf, sich einzumischen und für eine bessere Welt zu kämpfen. Die Jugendlichen, die in den vergangenen Wochen gegen die Korruption in Brasilien auf die Straße gegangen seien, sollten ihre Bemühungen fortsetzen und eine christliche Antwort auf die Probleme anbieten.

Die Jugendlichen sollten sich nicht von einer Illusion der Moden und Interessen des Augenblicks leiten lassen, sondern von Christus, betonte Franziskus. “Jesus bietet uns etwas Größeres als die Fußballweltmeisterschaft”, sagte der 76-jährige Argentinier. Die jungen Leute müssten ihren Glauben vertiefen wie ein Athlet, der für einen Wettkampf trainiert.

PAPST FORDERT VOM KLERUS: GEHT ZU DEN MENSCHEN

Bei einer Messe in Rio de Janeiro hatte Franziskus den katholischen Klerus aufgefordert, sich stärker um die Armen und Bedürftigen zu kümmern. Dazu müssten Bischöfe, Priester und Nonnen ihre Komfortzonen verlassen und die Menschen auch auf den Straßen und in den Elendsvierteln besuchen. “Man muss in die Favelas und Villas Miseria gehen, um Christus zu suchen und zu dienen”, zitierte er die Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa. “Wir können uns nicht in unseren Kirchen und Gemeinden einschließen, wenn so viele Menschen auf das Evangelium warten.” Es reiche nicht aus, gastfreundlich die Türe zu öffnen. Man müsse auch hinausgehen und die Menschen treffen, auch die, die gewöhnlich nicht in die Kirche gehen.

Der aus Argentinien stammende Papst hatte gleich nach seiner Wahl im März den Dienst an den Armen in den Mittelpunkt der Kirchenarbeit gerückt und eine neue Bescheidenheit angemahnt. Aus diesem Grund nannte er sich auch nach dem Heiligen Franz von Assisi, der Armut vorgelebt hatte.

In Brasilien leben mehr als 120 Millionen Katholiken. Wie in anderen Staaten sind dort viele Menschen wegen der jüngsten Kirchenskandale, wegen eher weltlichen Interessen und wegen anderer Religionen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Die Zahl der bekennenden Katholiken fiel in den 100 Jahren bis 2010 auf 72 von 90 Prozent.

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