July 28, 2013 / 11:19 AM / in 6 years

Papst-Appell an die Jugend - Verändert die Gesellschaft

Artists perform in front of Pope Francis (C) at Copacabana Beach to celebrate mass on his sixth day in Rio de Janeiro, July 27, 2013. Pope Francis told Catholic clergy on Saturday to leave their comfort zones and smug surroundings and reach out to serve the poor and needy. REUTERS/Stefano Rellandini (BRAZIL - Tags: RELIGION) - RTX1221Z

Rio de Janeiro (Reuters) - Papst Franziskus hat sich beim Weltjugendtag in Brasilien für Veränderungen in der Gesellschaft und in der katholischen Kirche ausgesprochen.

Bei seiner ersten offiziellen Auslandsreise rief der Pontifex die junge Generation am Wochenende auf, sich einzumischen und für eine bessere Welt zu kämpfen. Die Jugendlichen, die in den vergangenen Wochen gegen die Korruption in Brasilien auf die Straße gegangen seien, sollten ihre Bemühungen fortsetzen und eine christliche Antwort auf die Probleme anbieten. Von einer großen weißen Bühne am Strand der Copacabana in Rio de Janeiro aus forderte das Oberhaupt der katholischen Kirche die Jugend auf, “Protagonisten der Veränderung” zu werden.

Die Jugendlichen sollten sich nicht von einer Illusion der Moden und Interessen des Augenblicks leiten lassen, sondern von Christus, betonte Franziskus. “Jesus bietet uns etwas Größeres als die Fußballweltmeisterschaft”, sagte der 76-jährige Argentinier. Die jungen Leuten müssten ihren Glauben vertiefen wie ein Athlet, der für einen Wettkampf trainiert.

Nach Angaben des Vatikans hörten mehr als zwei Millionen Menschen dem Papst zu. Die meisten Teilnehmer wollten die Nacht am Strand verbringen, um einen guten Platz für die am Sonntag geplante Abschlussmesse des Weltjugendtags zu ergattern. Danach wird der Papst nach Rom zurückkehren.

PAPST FORDERT VOM KLERUS: GEHT ZU DEN MENSCHEN

Bei einer Messe in Rio de Janeiro hatte Franziskus zuvor den katholischen Klerus aufgefordert, sich stärker um die Armen und Bedürftigen zu kümmern. Dazu müssten Bischöfe, Priester und Nonnen ihre Komfortzonen verlassen und die Menschen auch auf den Straßen und in den Elendsvierteln besuchen. “Man muss in die Favelas und Villas Miseria gehen, um Christus zu suchen und zu dienen”, zitierte er die Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa. “Wir können uns nicht in unseren Kirchen und Gemeinden einschließen, wenn so viele Menschen auf das Evangelium warten.” Es reiche nicht aus, gastfreundlich die Türe zu öffnen. Man müsse auch hinausgehen und die Menschen treffen, auch die, die gewöhnlich nicht in die Kirche gehen.

Der aus Argentinien stammende Papst hatte gleich nach seiner Wahl im März den Dienst an den Armen in den Mittelpunkt der Kirchenarbeit gerückt und eine neue Bescheidenheit angemahnt. Aus diesem Grund nannte er sich auch nach dem Heiligen Franz von Assisi, der die Armut vorgelebt hatte.

In Brasilien leben mehr als 120 Millionen Katholiken. Wie in anderen Staaten sind dort viele Menschen wegen der jüngsten Skandale in der katholischen Kirche, wegen eher weltlichen Interessen und wegen anderen Religionen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Die Zahl der bekennenden Katholiken fiel in den 100 Jahren bis 2010 auf 72 von 90 Prozent.

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