December 25, 2017 / 8:44 AM / in 4 months

Proteste in Peru nach Begnadigung von Ex-Präsident Fujimori

Lima (Reuters) - In Peru gibt es weiter Proteste gegen die Begnadigung von Ex-Präsident Alberto Fujimori, der wegen Menschenrechtsverletzungen eigentlich noch mehr als ein Jahrzehnt in Haft sitzen sollte.

Peru's President Pedro Pablo Kuczynski listens as his lawyer Alberto Borea (not pictured) addresses lawmakers of the opposition-ruled Congress, in Lima, Peru December 21, 2017. REUTERS/Mariana Bazo

In der Hauptstadt Lima gingen auch am Dienstag zahlreiche Menschen auf die Straße. Sie schwenkten Bilder von Opfern der blutigen Niederschlagung von Oppositionellen während Fujimoris Amtszeit von 1990 bis 2000. Die Polizei setzte - wie schon am Montag - Tränengas ein, um die Menge auseinanderzutreiben.

Präsident Pedro Pablo Kuczynski rief die Peruaner indes auf, die Entscheidung zu akzeptieren und “ein neues Kapitel” aufzuschlagen. Er hatte den inhaftierten Fujimori am Sonntag überraschend begnadigt und dies damit begründet, dass der 79-Jährige an einer unheilbaren Krankheit leide. Kritiker warfen Kuczynski indes vor, nur den eigenen Machterhalt im Blick zu haben. Der Präsident war erst vor wenigen Tagen einem Verfahren zur Amtsenthebung wegen eines Bestechungsskandals überraschend entgangen. Gerettet hatte ihn auch Unterstützung aus der größten Oppositionspartei, die von Fujimoris Tochter Keiko geführt wird. Kuczynski ist seit 2016 im Amt. Im Wahlkampf hatte der ehemalige Wall-Street-Banker versprochen, Fujimori nicht zu begnadigen.

Alberto Fujimori führte Peru von 1990 bis 2000 als autoritär regierender Präsident. Zum Ende seiner Amtszeit war er wegen eines aufkommenden Korruptionsskandals nach Japan geflüchtet - in das Heimatland seiner Eltern. 2007 war er aber an Peru ausgeliefert worden. Dort wurde er wegen zahlreicher Verbrechen, darunter der Befehligung von Todesschwadronen, der Beteiligung an der Entführung eines Journalisten und der Bestechung von Politikern, zu 25 Jahren Haft verurteilt,

Gleichwohl hat Fujimori noch viele Anhänger. Diese halten ihm zugute, dass er während seiner Amtszeit die Guerilla-Organisation Leuchtender Pfad bezwang, die zunehmend die Unterstützung der Bevölkerung verloren hatte. In Konflikten mit den Rebellen waren rund 70.000 Menschen getötet worden. Zudem hatte Fujimori eine Wirtschaftskrise im Land beenden können.

Die Familie Fujimori hat weiter großen Einfluss auf Perus Politik. Albertos Tochter Keiko führt die wichtigste Oppositionspartei an und war 2016 bei der Präsidenten-Wahl Kuczynski nur knapp unterlegen. Albertos Sohn Kenji hat zuletzt die Verbindung der Opposition zu Kuczynskis Partei gestärkt.

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