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Weltnachrichten

Machtvakuum in Peru - Noch kein neuer Präsident nach Merino-Rückzug

A man reacts after Peru's interim President Manuel Merino announced his resignation, in Lima, Peru November 15, 2020. REUTERS/Angela Ponce NO RESALES. NO ARCHIVES

Lima (Reuters) - Das krisengeplagte Peru steht nach dem Rücktritt von Interims-Präsident Manuel Merino ohne Staatsoberhaupt da.

Das Parlament konnte sich in einer Nachtsitzung am Sonntag (Ortszeit) nicht auf die linke Menschrechtsaktivistin Rocio Silva-Santisteban als Nachfolgerin einigen. Noch im Laufe des Montags wollen die Abgeordneten erneut zusammenkommen. Dann steht mit Francisco Sagasti, einem 76-jährigen Wirtschaftsingenieur und ehemaligen Weltbank-Mitarbeiter, ein neuer Kandidat zur Auswahl.

Merino war nach gewalttätigen Straßenprotesten mit zwei Toten nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt zurückgetreten. Sein Schritt sei unwiderruflich, erklärte Merino am Sonntag. Er war erst Anfang der Woche ins Amt gekommen, nachdem sein beim Volk populärer Vorgänger Martin Vizcarra vom Kongress aus dem Amt gedrängt wurde. Daraufhin hatte es wiederholt Straßenproteste in der Hauptstadt Lima gegeben, die am Samstag in Gewalt mündeten. Nach Angaben des peruanischen Bürgerbeauftragten wurden dabei zwei junge Männer getötet. Laut staatlichen Behörden wurden sie erschossen.

Merinos Vorgänger Vizcarra war während seiner Amtszeit gegen Korruption vorgegangen, einem im Land verbreiteten Delikt. Das hatte wiederholt zu Streit im Kongress geführt. Am Montag voriger Woche dann war Vizcarra vom Kongress zum Rückzug gezwungen worden. Zur Begründung wurden Korruptionsvorwürfe genannt. Vizcarra hat die Anschuldigungen zurückgewiesen.

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