September 4, 2018 / 11:05 AM / 15 days ago

Prämien der Rückversicherer steigen trotz hoher Schäden nur leicht

Frankfurt (Reuters) - Die Rückerversicherer bleiben Branchenexperten zufolge unter Druck.

FILE PHOTO The company logo of German reinsurer Munich Re is seen before the company's annual news conference in Munich, Germany, March 16, 2016. REUTERS/Michaela Rehle/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD

Nach den hohen Schäden im vergangen Jahr seien die Prämien zwar gestiegen, doch habe sich der Preisanstieg zuletzt abgeflacht, sagte Johannes Bender von der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) am Dienstag in Frankfurt vor dem Branchentreffen in Monte Carlo. Für 2018 rechnen die S&P-Analysten mit Preiserhöhungen von maximal fünf Prozent. Im kommenden Jahr werde sich der Preisanstieg abschwächen.

2017 hatten eine Hurrikan-Serie in Amerika und andere Naturkatastrophen die Versicherer und Rückversicherer so viel Geld gekostet wie noch nie. Doch die Hoffnung der Rückversicherer, dass sich alternative Kapitalgeber zurückziehen, erfüllten sich nicht. Im Gegenteil: Ihr Anteil am Rückerversicherungsmarkt sei sogar gestiegen, sagte Bender. “Der Preisanstieg ist deutlich moderater als nach vergangenen Großschäden.” Die Branche leidet seit Jahren unter der harten Konkurrenz durch Hedgefonds und andere finanzkräftige Kapitalgeber, die sich im Niedrigzinsumfeld mit schmaleren Renditen zufriedengeben als die auf ihr Risiko bedachten Rückversicherer.

Die Branche lerne aber zunehmend mit den Herausforderungen durch alternative Kapitalgeber umzugehen und gebe beispielsweise Risiken an sie weiterhin. Auch setzten die großen Rückversicherer wie Münchener Rück, Swiss Re, Hannover Rück, Berkshire Hathaway Re und SCOR zunehmend auf maßgeschneiderte Lösungen. Dieses Geschäft ist weniger preisanfällig als standardisierte Angebote. Über das nötige Know-how verfügten nur die die Branchengrößen, so dass die Top-5 ihren Vorsprung auf die Konkurrenz ausbauen könnten, sagte Bender.

Der Ausblick für die Branche sei trotz des harten Konkurrenzkampfs und der sinkenden Margen stabil. Dazu trägt Bender zufolge nicht zuletzt das dicke Kapitalpolster der Rückversicherer bei. Falls die Renditen jedoch nachhaltig unter die Kapitalkosten sinken sollten, sei ein negativer Ausblick wahrscheinlich. Damit sei aber zumindest 2018 und 2019 nicht zu rechnen.

Die Rückversicherer, Makler und ihre Kunden kommen am Wochenende in Monte Carlo zu ihrem Branchentreffen zusammen. Dort werden auch die Vertragabschlüsse für die Erneuerungsrunde zum Jahreswechsel vorbesprochen.

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