June 21, 2013 / 4:02 PM / 5 years ago

China sichert sich russisches Öl für 270 Mrd Dollar

St. Petersburg (Reuters) - Der weltgrößte Öl-Exporteur Russland hat einen Liefervertrag über 270 Milliarden Dollar mit dem energiehungrigen China abgeschlossen.

Der staatlich kontrollierte Energie-Gigant Rosneft wird nach Angaben vom Freitag ab Mitte des Jahrzehnts 25 Jahre lang zusätzlich 300.000 Barrel (1 Barrel = 159 Liter) pro Tag in die Volksrepublik liefern. Damit verdoppelt Russland seine Ausfuhren an China.

Es handelt sich um einen der größten Verträge in der Geschichte der Öl-Industrie. “Die Schätzung des Auftragsvolumens zu heutigen Marktpreisen ist absolut beispiellos - 270 Milliarden Dollar”, erklärte Präsident Wladimir Putin bei dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg.

ROSNEFT KANN SCHULDENBERG ABTRAGEN UND IN ARKTIS ÖL SUCHEN

Die wachsenden Handelsbeziehungen zwischen Russland und China sind Ausdruck eines tiefgreifenden Wandels: Russland kehrt beim Ölexport dem gesättigten Markt in Europa den Rücken zu und wendet sich stattdessen dem boomenden Asien zu. Der weltgrößte Öl-Exporteur hat bereits in den vergangenen Jahren seine Lieferungen nach China kräftig ausgebaut - mittlerweile fließt ein Fünftel der Ausfuhren nach Asien.

Mit welcher Geschwindigkeit sich Russland beim Ölexport umorientiert, hat viele Branchenexperten überrascht. Binnen fünf Jahren hat das Land riesige Volumina nach Asien umgelenkt, die ursprünglich für Europa bestimmt waren. Russland lieferte noch vor wenigen Jahren - vor Fertigstellung der Asien-Pipeline - Öl per Eisenbahn nach China.

China - Besitzer der weltgrößten Devisenreserven - wird Rosneft im Rahmen des Vertrags laut Putin vorab bis zu 70 Milliarden Dollar zahlen. Der russische Öl-Gigant kann das Geld gebrauchen. Er hat jüngst das russisch-britische Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP für 55 Milliarden Dollar geschluckt und war zum weltgrößten börsennotierten Ölkonzern aufgestiegen. Rosneft muss in den kommenden Jahren hohe Kredite zurückzahlen und benötigt weitere Milliarden für die kostspielige Ausbeutung von Lagerstätten in der Arktis.

Putin hatte erst am Donnerstag bei einem Treffen mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Zhang Gaoli erklärt, dass die beiden Länder einen Vertrag im Volumen von 60 Milliarden Dollar abgeschlossen hätten. Nach Angaben von Rosneft bezog sich Putin dabei jedoch nur auf einen Teil der am Freitag bekanntgegebenen Übereinkunft.

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