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Weltnachrichten

Moskauer Ermittler wollen Auskunft von Berlin zu Nawalny

FILE PHOTO: Russian opposition politician Alexei Navalny takes part in a rally to mark the 5th anniversary of opposition politician Boris Nemtsov's murder and to protest against proposed amendments to the country's constitution, in Moscow, Russia February 29, 2020. REUTERS/Shamil Zhumatov/File Photo

Berlin/Moskau (Reuters) - Im Fall des mutmaßlich vergifteten Kremlkritikers Alexej Nawalny haben russische Ermittler von Deutschland Auskunft über medizinische Erkenntnisse eingefordert.

Ein Sprecher des Bundesjustizministeriums in Berlin bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der russischen Zeitung “RBC”. Demnach habe sich der Moskauer Generalstaatsanwalt am 27. August an das Bundesamt für Justiz gewandt. Weitere Angaben wollte der Sprecher nicht machen. Die Zeitung “RBC” berichtete, die russischen Behörden wollten Auskunft über die Behandlung Nawalnys, Ergebnisse von Blut- und Urintests sowie Erkenntnisse über Stoffe, die dabei gefunden worden seien.

Nawalny wird seit dem 22. August in der Berliner Charité behandelt. Nach ersten Erkenntnissen der Charité wurde dem Kritiker von Russlands Präsident Wladimir Putin ein Gift verabreicht. Die Hintergründe sind aber nach wie vor unklar. Russische Sicherheitsbehörden haben dagegen bislang erklärt, sie sähen keinen Anlass für Ermittlungen. Anzeichen für eine Straftat gebe es nicht. Russische Ärzte hatten erklärt, dass sie keine Hinweise auf eine Vergiftung gefunden hätten.

Die Charité äußerte sich zuletzt am vergangenen Freitag zu dem Fall. In einer Erklärung teilte das Universitätsklinikum mit, dass sich die Vergiftungssymptome bei Nawalny zurückbildeten. Sein Zustand sei stabil, er befinde sich weiter auf einer Intensivstation im künstlichen Koma und werde maschinell beatmet. Akute Lebensgefahr bestehe nicht, Langzeitfolgen der “schweren Vergiftung des Patienten” seien aber nicht absehbar.

Nawalny war am 20. August auf einem Inlandsflug in Russland zusammengebrochen. Zunächst wurde er im sibirischen Omsk behandelt, bevor er nach Deutschland geflogen wurde. Russland wird für mehrere Giftattentate auf Kremlkritiker verantwortlich gemacht.

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