March 21, 2018 / 1:24 PM / a month ago

Johnson zieht in diplomatischer Krise Vergleich von Putin und Hitler

Moskau (Reuters) - Nach dem Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter verschärfen Großbritannien und Russland ihre gegenseitigen Vorhaltungen.

Police tape is seen in front of a pub which was visited by former Russian intelligence officer Sergei Skripal and his daughter Yulia before they were found on a park bench after being poisoned in Salisbury, Britain, March 19, 2018. REUTERS/Peter Nicholls

Der britische Außenminister Boris Johnson warf dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Mittwoch vor, er wolle mit der Fußball-WM im Sommer das Image seines Landes aufpolieren wie es Adolf Hitler 1936 mit den Olympischen Spielen getan habe. Einen Boykott des Turniers, das im Juni und Juli in Russland stattfindet, schloss er aber aus. Russland beschuldigte Großbritannien, die Gift-Attacke auf Skripals Tochter inszeniert zu haben.

Großbritannien macht Russland für den Anschlag Anfang des Monats in Salisbury verantwortlich, der nach britischer Darstellung mit dem in der Sowjetunion hergestellten Nervengift Nowitschok verübt worden sein soll. Russland bestreitet jegliche Beteiligung. Am Anschlagsort Salisbury begannen Inspektoren der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) damit, Spuren zu sichern.

Johnson sagte vor Abgeordneten, Putin sei wohl der Ansicht, dass Russland ins Hintertreffen geraten sei, und versuche daher Ärger zu machen, wo er nur könne. Damit wolle er demonstrieren, dass Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion wieder stark sei. Der Zeitpunkt des Giftanschlags sei offenbar gezielt mit Blick auf die Präsidentenwahl am vergangenen Wochenende gewählt worden, die Putin klar für sich entschied. Großbritannien wolle aber keinen neuen Kalten Krieg, fügte er hinzu.

Der Chef der Abteilung für Rüstungskontrolle im russischen Außenministerium, Wladimir Jermakow, wies eine russische Verantwortung für den Anschlag erneut zurück. Es gebe nur zwei logische Erklärungen, sagte er. Entweder seien die britischen Behörden nicht in der Lage, Schutz vor solchen Terroranschlägen im eigenen Land zu gewähren. Oder sie hätten - direkt oder indirekt - selbst den Anschlag auf eine russische Staatsbürgerin inszeniert. Er wolle aber niemanden beschuldigen. Julia Skripal ist Russin. Sie und ihr Vater schweben in Lebensgefahr.

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