April 5, 2018 / 7:02 AM / in 4 months

Russland-Koordinator will Eskalationsspirale anhalten

Berlin (Reuters) - Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler, hat vor einer weiteren Eskalation im Ost-West-Streit über die Schuld am Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal gewarnt.

FILE PHOTO: German deputy Foreign Minister Gernot Erler gestures during an interview with Reuters in Berlin May 31, 2006. REUTERS/Alexandra Beckstein/File Photo

“Ich bin auch der Meinung, dass jetzt unbedingt verhindert werden muss, dass diese Eskalationsspirale weitergeht”, sagte Erler am Donnerstag der ARD. “Ich finde, man muss (...) das Risiko dieser Eskalationsspirale erkennen und sagen, jetzt brauchen wir eine Pause.” Das sei auch sachlich geboten, denn in der nächsten Woche stünden Ergebnisse der Laboruntersuchungen der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) an, die vielleicht weiterführen könnten. Zumindest bis dann sollte man warten, ehe man weitere Maßnahmen ergreife. Man müsse erst einmal weiter sprechen.

Die OPCW hatte nach dem Anschlag auf Skripal und dessen Tochter im südenglischen Salisbury auf britischen Wunsch hin unabhängige Ermittlungen aufgenommen. Die Organisation überwacht die Einhaltung der Chemiewaffen-Konvention von 1997. Am Dienstag hatten Forscher eines britischen Chemiewaffenlabors erklärt, es sei unklar, ob das verwendete Gift in Russland hergestellt wurde. Erler sagte, diese Aussage werde den Druck auf Großbritannien erhöhen, weitere Belege für seine Sicht der Dinge vorzulegen. Die Regierung in London macht Russland für den Giftanschlag verantwortlich, was die Führung in Moskau vehement zurückweist. Sie spricht vielmehr von einer Verschwörung der amerikanischen und britischen Geheimdienste, um Russland in die Enge zu treiben. Die Bundesregierung hat die russischen Unschuldsbeteuerungen wiederholt zurückgewiesen und die Darstellungen aus Moskau als Nebelkerzen bezeichnet.

Über den Fall Skripal und seine Folgen soll am Donnerstag der UN-Sicherheitsrat auf Antrag Russlands in einer Sondersitzung beraten. Am Mittwoch war Russland bei einer Sondersitzung der OPCW mit seinem Antrag gescheitert, eine gemeinsame Ermittlung zu starten.

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