December 22, 2017 / 10:59 AM / 10 months ago

Großbritannien für bessere Beziehung zu Russland

Moskau (Reuters) - Großbritannien will nach Worten von Außenminister Boris Johnson seine angespannten Beziehungen zur Russland normalisieren.

British Foreign Secretary Boris Johnson speaks during a news conference following the talks with Russian Foreign Minister Sergei Lavrov in Moscow, Russia December 22, 2017. REUTERS/Maxim Shemetov

Andererseits könne die Regierung in London über kritikwürdiges Verhalten der Regierung in Moskau nicht einfach hinweggehen, sagte Johnson am Freitag nach einem Gespräch mit seinem Kollegen Sergej Lawrow in Moskau: “Wir können nicht so tun als wenn es die Probleme nicht gäbe.” Er nannte vor allem das Vorgehen Russlands in der Ukraine, Versuche, europäische Staaten zu destabilisieren, sowie russische Aktivitäten im Cyberspace. Großbritannien könne auch nicht die Diskriminierung von Schwulen und anderen Angehörigen der LGBT-Gemeinschaft in der russischen Republik Tschetschenien ignorieren.

Der Besuch Johnsons ist der erste eines britischen Außenministers in Russland seit fünf Jahren. Er will dort auch mit Oppositionellen, Studenten und Vertretern der Schwulenbewegung zusammenkommen.

Lawrow wies die Anschuldigungen zurück und verwies darauf, dass Johnson selbst kürzlich eingeräumt habe, Russland habe die Brexit-Abstimmung nicht beeinflusst. “Nicht erfolgreich”, konterte Johnson sofort. Lawrow antwortete darauf, Johnson fürchte nur, dass sein Ruf zu Hause ruiniert sei, wenn er Lawrow zustimme. Johnson hatte zuvor gesagt, es gebe genügend Beweise für eine Einflussnahme Russlands auf die Wahlen in Deutschland, in den USA und in anderen Staaten.

ANSÄTZE FÜR KOOPERATIONSBEREITSCHAFT

Lawrow machte Großbritannien für die schlechten Beziehungen zwischen den beiden Staaten verantwortlich. Es habe beleidigende und aggressive Erklärungen aus London gegeben. Er beschwerte sich auch darüber, dass Großbritannien die Meinungsverschiedenheiten mit Russland öffentlich ausbreite, anstatt sie diskret zu klären.

Einig waren sich beide Politiker, dass die Länder ihre Zusammenarbeit im UN-Sicherheitsrat und bei der Absicherung der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland ausbauen sollten.

Johnson hatte Russland in einem Interview mit der antiken griechischen Stadt Sparta verglichen. Es sei “verschlossen, übel, militaristisch und undemokratisch - wie Sparta”, sagte er der “Sunday Times”. In Moskau relativierte er seine Aussage. Er habe sie eher auf die Sowjetunion bezogen, erklärte er.

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