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Weltnachrichten

EU verurteilt Anschlag auf Nawalny - Aber vorerst keine Russland-Sanktionen

FILE PHOTO: Russian opposition politician Alexei Navalny takes part in a rally in Moscow, Russia February 29, 2020. REUTERS/Shamil Zhumatov/File Photo

Brüssel (Reuters) - Die Europäische Union sieht nach dem Giftanschlag auf den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny von Sanktionen gegen Russland vorerst ab.

Die Staatengemeinschaft könne erst dann neue Strafmaßnahmen verhängen, wenn bei einer Untersuchung herauskomme, wer für die nach deutscher Darstellung vorsätzliche Vergiftung verantwortlich sei, erklärte die EU-Kommission am Donnerstag. Derzeit werde der Fall Nawalny noch nicht untersucht, sagte Kommissionssprecher Peter Stano. Er forderte Russland auf, eine unabhängige Untersuchung auf den Weg und die Täter zur Rechenschaft zu bringen. Die EU werde basierend auf Moskaus nächsten Schritten reagieren. Die Tat selbst nannte Kommissionschefin Ursula von der Leyen abscheulich und feige.

Nawalny wird seit dem 22. August in der Charite behandelt. Er war am 20. August auf einem Inlandsflug in Russland zusammengebrochen. Die Bundesregierung teilte am Mittwoch mit, dass als Grund ein Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe nachgewiesen worden sei, die bereits beim Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelspions Sergej Skripal in Großbritannien eingesetzt wurde. Kanzlerin Angela Merkel sprach von einem Mordversuch und forderte die russische Regierung auf, die Hintergründe aufzuklären. Der Fall hat auch wirtschaftliche Konsequenzen. So heizt er die Debatte über ein mögliches Aus der umstrittenen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 an.

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