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Nawalny-Team - Mineralwasser in Tomsker Hotel war vergiftet

FILE PHOTO: Russian opposition leader Alexei Navalny delivers a speech during a rally to demand the release of jailed protesters, who were detained during opposition demonstrations for fair elections, in Moscow, Russia September 29, 2019./File Photo

Moskau (Reuters) - Der russische Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist seinen Mitarbeitern zufolge bereits vor seinem Aufbruch zum Flughafen in seinem Hotelzimmer vergiftet worden.

Reste des bei Nawalny angewandten Nervengiftes seien an einer leeren Wasserflasche aus dem Zimmer der Unterkunft in der sibirischen Stadt Tomsk nachgewiesen worden, teilte das Team des Oppositionspolitikers am Donnerstag in Moskau mit.

Auf einem am Donnerstag auf Nawalnys Instragram-Konto verbreiteten Video ist zu sehen, wie Teammitglieder mit Handschuhen das Zimmer absuchen und diverse Gegenstände mitnehmen, darunter auch leere Flaschen Mineralwasser. Der russische Oppositionelle hatte am 20. August ausgecheckt und war kurz darauf auf einem Inlandsflug kollabiert. Der 44-Jährige trank auf dem Flughafen von Tomsk in einem Cafe einen Tee, weswegen seine Anhänger zunächst dieses Getränk im Verdacht hatten.

Dennoch sei bereits eine Stunde nach der Nachricht vom Kollaps Nawalnys auch das Hotelzimmer unter die Lupe genommen worden. “Es wurde beschlossen, alles zu sammeln, was auch nur hypothetisch nützlich sein könnte, und es den Ärzten in Deutschland zu übergeben”, hieß es in dem geposteten Video. “Zwei Wochen später fand ein deutsches Labor Spuren von Nowitschok genau auf der Flasche Wasser aus dem Tomsker Hotelzimmer.”

DEUTSCHES LABOR FAND GIFT AUF FLASCHE AUS HOTELZIMMER

Der Kreml-Kritiker war zwei Tage nach seinem Zusammenbruch von Russland aus zur Behandlung nach Berlin geflogen worden und ist seitdem in der Charité. Während russische Behörden nach eigener Darstellung bei Nawalny keinen Giftstoff gefunden haben, stellte eine von der deutschen Klinik in Auftrag gegebene Analyse bei einem spezialisierten Bundeswehrlabor nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel “zweifelsfrei” ein Gift der Nowitschok-Gruppe fest. Labore in Frankreich und Schweden bestätigten laut Bundesregierung diesen Befund.

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und andere Länder fordern Antworten von Russland zu dem Fall, auch Forderungen nach neuen Sanktionen gegen Moskau wurden laut. Bei den Ermittlungen bat Deutschland auch die globale Agentur für chemische Waffen (OVCW) um technische Unterstützung. Experten der Agentur “sammelten biomedizinische Proben von Herrn Nawalny zur Analyse durch von der OVCW benannte Laboratorien”, wie die OVCW am Donnerstag mitteilte. Die Testergebnisse würden an Deutschland weitergegeben und ansonsten vertraulich behandelt. Die Organisation hat unter anderem im Syrien-Krieg den Einsatz verbotener Chemiewaffen kontrolliert.

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