June 7, 2018 / 3:24 PM / 5 months ago

Putin warnt Ukraine vor Provokationen während der WM

Moskau (Reuters) - Eine Woche vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland hat Präsident Wladimir Putin die Ukraine vor Militäroperationen während des Turniers gewarnt.

Russian President Vladimir Putin arrives for a news conference following a live nationwide broadcast call-in in Moscow, Russia June 7, 2018. REUTERS/Sergei Karpukhin

“Ich hoffe, dass es keine Provokationen geben wird. Wenn das passieren sollte, denke ich, dass es generell sehr ernsthafte Konsequenzen für die ukrainische Regierung haben würde”, sagte Putin am Donnerstag auf eine entsprechende Frage während einer Fernsehsendung. In der mehrstündigen Live-Sendung, in der Bürger per Telefon Fragen an Putin richten, äußerte er sich zu zahlreichen Themen, darunter zum Handelskonflikt zwischen der EU und den USA, zu neuen Waffensystemen, dem russischen Einsatz in Syrien, der wirtschaftlichen Entwicklung und seiner Nachfolge.

Russland ist vom 14. Juni bis 15. Juli Gastgeber der Fußball-WM. Einer der Austragungsorte ist Rostow, das 100 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt ist. Mehr als 10.000 Menschen sind seit April 2014 in dem Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und pro-russischen Separatisten in der Ost-Ukraine getötet worden.

Zum Militäreinsatz in Syrien zur Unterstützung von Präsident Baschar al-Assad sagte Putin, dass die Truppen so lange dort blieben, wie es im Interesse Russlands sei. Sein Land werde zudem bald weitere Waffensysteme vorstellen. Kurz vor seiner Wiederwahl im März hatte Putin bereits den Ausbau des russischen Atomarsenals angekündigt.

Im Streit zwischen der EU und den USA über Zölle und das Atom-Abkommen mit dem Iran sagte Putin, er habe die Europäer schon vor vielen Jahren vor der Machtausbreitung der Amerikaner gewarnt. Er habe 2007 bei einer Rede auf der Sicherheitskonferenz in München gesagt, dass die USA den Einflussbereich ihrer Justiz über die eigenen Landesgrenzen hinaus ausweite und dass dies nicht akzeptabel sei. “Niemand wollte zuhören und niemand hat irgendetwas getan, um das zu stoppen.” Russland hält wie die EU am Atom-Abkommen mit dem Iran fest, das US-Präsident Donald Trump für sein Land aufgekündigt hat.

Trotz der wegen des Ukraine-Konflikts und der Annexion der Krim vom Westen verhängten Sanktionen sieht Putin die Wirtschaft seines Landes auf einem guten Weg. Russland sei auf dem Pfad hin zu einem robusten Wirtschaftswachstum - zwar ein geringes Wachstum, aber es sei auch kein Rückgang. Im vergangenen Jahr sei es um 1,5 Prozent bergauf gegangen. Er werde alle Minister persönlich in die Verantwortung nehmen, um die Ziele der Regierung zu erreichen.

Zu einem möglichen Nachfolger im Präsidentenamt äußerte sich Putin nicht. Dies werde das russische Volk entscheiden. Die vierte Amtszeit des 65-jährigen endet 2024. Die Verfassung lässt nicht mehr als zwei Amtszeiten in Folge zu. Zur Live-Sendung wurden russischen Nachrichtenagenturen zufolge mehr als 1,4 Millionen Fragen eingereicht. Im vergangenen Jahr dauerte ein ähnlicher Auftritt knapp vier Stunden.

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