May 2, 2018 / 5:32 AM / 25 days ago

Studie - Russische Militärausgaben sinken um ein Fünftel

Stockholm/Berlin (Reuters) - Die russischen Militärausgaben sind einer Studie zufolge im vergangenen Jahr erstmals seit 1998 gesunken.

FILE PHOTO: People gather near Russian military vehicles in Tverskaya street before the rehearsal for the Victory Day parade in central Moscow, Russia, May 3, 2017. REUTERS/Sergei Karpukhin/File Photo

Preisbereinigt seien sie um 20 Prozent auf 66,3 Milliarden Dollar zurückgegangen, teilte das Friedensforschungsinstitut Sipri am Mittwoch in Stockholm mit. In der Liste der Länder mit den höchsten Militärausgaben wurde Russland demnach von Saudi-Arabien überholt und liegt jetzt auf dem vierten Platz. Deutschland kommt mit einem Plus von 3,5 Prozent gegenüber 2016 auf Platz neun. Der Anteil an der Wirtschaftsleistung betrug 1,2 Prozent. Die USA dringen gegenüber den Nato-Partnern auf ein Niveau von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die USA geben mit 3,1 Prozent des BIP nach wie vor auch absolut am meisten Geld aus. Insgesamt sind Sipri zufolge die weltweiten Ausgaben um ein Prozent auf 1,74 Billionen Dollar gestiegen.

Russland hat bei der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 und im Syrien-Krieg seine militärische Macht gezeigt. Sipri-Forscher Siemon Wezeman sagte nun, die Kürzung der Militärausgaben wirke sich direkt auf die Beschaffung von Rüstungsgütern und Militäreinsätze aus. So erwartet er nach eigenen Worten, dass die Regierung in Moskau ihr Engagement in Syrien oder die Marinepräsenz im Atlantik zurückfährt.

Die russische Wirtschaft wuchs 2017 nach einer Rezession wieder um 1,5 Prozent. Im laufenden Jahr soll es nur noch ein kleines Staatsdefizit oder einen Überschuss geben. Einige Regierungsvertreter haben sich dafür ausgesprochen, weniger Geld in die Armee zu stecken und stattdessen die Sozialausgaben zu erhöhen.

Besonders in Europa war Russland in den vergangenen Jahren zunehmend wieder als Bedrohung wahrgenommen worden. Die westeuropäischen Staaten wie Frankreich und Deutschland steigerten so im Schnitt ihre Ausgaben um 1,7 Prozent im Vergleich zu 2016. In den osteuropäischen Staaten spiegelte sich dies in einem Anstieg von zwölf Prozent wider.

Die Staaten im Nahen Osten, allen voran Saudi-Arabien, steigerten ihre Militärausgaben zwischen 2009 und 2015 um über 40 Prozent. 2016 sanken die Militär-Aufwendungen wegen der zurückgehenden Ölpreise und niedrigeren Einnahmen zwar. 2017 stiegen sie aber wieder an.

Die Türkei ist inzwischen auf Platz 15 der Staaten mit den höchsten Rüstungsausgaben vorgerückt. Zwischen 2008 bis 2017 steigerte das Land seinen Militäretat fast um die Hälfte.

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