May 30, 2018 / 3:06 PM / 25 days ago

Angeblich erschossener Journalist Babtschenko am Leben

Kiew/Moskau (Reuters) - Der angeblich in der Ukraine ermordete russische Journalist Arkadi Babtschenko ist am Leben.

Russian journalist Arkady Babchenko (C), who was reported murdered in the Ukrainian capital on May 29, Ukrainian Prosecutor General Yuriy Lutsenko (R) and head of the state security service (SBU) Vasily Gritsak attend a news briefing in Kiev, Ukraine May 30, 2018. REUTERS/Valentyn Ogirenko

Der Reporter zeigte am Mittwoch während einer Pressekonferenz der Sicherheitsbehörden in Kiew überraschend der Öffentlichkeit. Die ukrainischen Sicherheitsdienste erklärten, man habe von einem russischen Plan zur Ermordung Babtschenkos erfahren und ihn vereitelt. Für die Tat sei ein ukrainischer Bürger angeheuert worden, der festgenommen worden sei. Babtschenko entschuldigte sich für die Täuschung. Russland hatte die Verantwortung für den vermeintlichen Mord zurückgewiesen. In einer ersten Reaktion am Mittwoch erklärte das Außenministerium in Moskau, man freue sich, dass Babtschenko doch am Leben sei.

Die Nachricht von der Ermordung Babtschenkos war am Dienstag von der ukrainischen Polizei verbreitet worden. Demnach wurde ihm auf der Eingangstreppe zu seinem Haus mehrmals in den Rücken geschossen. Er sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. “Ich möchte mich für das entschuldigen, was Sie alle durchmachen mussten”, sagte Babtschenko nun an die Journalisten gerichtet. Es habe keinen anderen Weg gegeben, sagte der 41-Jährige, der um Fassung rang. Babtschenko entschuldigte sich zudem bei seiner Frau, die “durch die Hölle gegangen” sei.

Den ukrainischen Behörden zufolge wurde der Mordanschlag von den russischen Sicherheitsdiensten in Auftrag gegeben worden. In dem Zusammenhang sei ein Ukrainer festgenommen worden, der für die Tat 40.000 Dollar erhalten habe. Der ukrainische Ministerpräsident Wladimir Groisman hatte noch am Dienstagabend Russland für die Tat verantwortlich gemacht. Die Regierung in Moskau wies dies zurück. Vorwürfe dieser Art seien der “Gipfel des Zynismus”, sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin. Nach dem Wiederauftauchen von Babtschenko warf das Außenministerium der Ukraine vor, den Journalisten zu Propaganda-Zwecken zu benutzen.

International war die Todesnachricht mit Empörung aufgenommen worden. Bundesaußenminister Heiko Maas und sein britischer Kollege Boris Johnson forderten Aufklärung und machten sich für die Pressefreiheit stark.[nL5N1T153V

Babtschenko ist einer der bekanntesten russischen Kriegskorrespondenten. Er hat seine Heimat verlassen, weil er nach eigenen Angaben um sein Leben fürchtete, nachdem er die russische Ukraine- und Syrien-Politik kritisiert hatte. Vor zwei Jahren war der weißrussische Journalist Pawel Scheremet, ein Kritiker der Regierung seines Heimatlandes und Freund des erschossenen russischen Oppositionsführers Boris Nemzow, bei einem Bombenanschlag in Kiew getötet worden. Großbritannien macht Russland auch für den Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter im März in Südengland verantwortlich. Russland weist die Vorwürfe zurück.

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