March 28, 2018 / 10:03 AM / 4 months ago

Russland hält Reaktion auf Diplomaten-Ausweisungen noch offen

Moskau (Reuters) - Russland hält trotz der zunehmenden Spannungen mit dem Westen wegen des vermeintlich russischen Giftanschlags auf einen ehemaligen Doppelspion die Tür für Diplomatie offen.

U.S. President Donald Trump and Russia's President Vladimir Putin talk during the family photo session at the APEC Summit in Danang, Vietnam November 11, 2017. REUTERS/Jorge Silva TPX IMAGES OF THE DAY

Regierungssprecher Dmitri Peskow sagte am Mittwoch in Moskau, Präsident Wladimir Putin sei weiter zu einem Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump bereit. Allerdings wisse man nicht, ob für die USA ein solches Treffen immer noch auf der Agenda stehe. Die mehrfach angedrohte Reaktion auf die Ausweisung Dutzender russischer Diplomaten ließ weiter auf sich warten. Man werde erst das Ausmaß der Feindseligkeiten gegen sein Land bewerten, bevor Vergeltungsmaßnahmen ergriffen würden, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den stellvertretenden Außenminister Sergej Rjabkow. Die Präsidentin des Föderationsrats, Walentina Matwijenko, sagte laut der Nachrichtenagentur Ria, es sei diplomatische Praxis, mit gleicher Münze heimzuzahlen.

Trump hatte Putin vergangene Woche zur Wiederwahl gratuliert und erklärt, die beiden Präsidenten würden sich bald treffen. Seitdem haben sich die angespannten Beziehungen der beiden Atommächte wegen der Ausweisung von 60 russischen Diplomaten im Zusammenhang mit dem Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelspion Sergej Skripal und dessen Tochter Julia in Großbritannien weiter verschlechtert. Großbritannien wies 23 Diplomaten aus, Russland verwies daraufhin ebenfalls 23 Briten des Landes. Auch andere Nato- und EU-Partner Großbritanniens wiesen russische Diplomaten aus. Am Mittwoch schloss sich das Nato-Mitglied Montenegro an, das sich traditionell eng an Russland anlehnt. Ein russischer Diplomat muss das Land verlassen.

RUSSLAND BRINGT ERNEUT BRITISCHE GEHEIMDIENSTE INS GESPRÄCH

Die Regierung in Moskau weist jede Verwicklung in den Anschlag zurück und spricht von einer massiven Provokation. Das Außenministerium verlangte von Großbritannien am Mittwoch erneut, Beweise zu präsentieren. Solange diese nicht vorlägen, betrachte Russland den Vorfall im britischen Salisbury als einen “versuchten Anschlag auf das Leben unserer Staatsbürger”, hieß es in einer Erklärung des Ministerium. Skripals Tochter Julia hat die russische Staatsbürgerschaft. Nach Auswertung der Tatumstände erscheine eine Beteiligung des britischen Geheimdienstes an dem Giftanschlag als möglich, erklärte das Ministerium. Die britische Regierung hatte ähnlich lautende Vorhaltungen Russlands als absurd zurückgewiesen.

Die britische Regierung will sich mit umfassenden Maßnahmen gegen potenzielle Angreifer wappnen. Dafür würden alle zur Verfügung stehenden Ressourcen eingesetzt, wie Polizei, Geheimdienste und das Militär. Auch wirtschaftliche Hebel und der politische Einfluss des Landes sollten genutzt werden, heißt es in einer Untersuchung zur Sicherheitslage der Regierung. Die Gefahr islamistischer Anschläge werde mindestens in den nächsten zwei Jahren noch hoch bleiben. Zudem stellten Russland, Iran und Nordkorea Herausforderungen dar.

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