July 19, 2018 / 11:49 AM / a month ago

Putin weist Kritik aus USA an Gipfel mit Trump zurück

Moskau (Reuters) - US-Präsident Donald Trump erhält nach seinem in den USA auf massive Kritik gestoßenen Gipfeltreffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin Schützenhilfe aus Moskau.

Russia's President Vladimir Putin addresses Russian ambassadors and representatives to international organisations in Moscow, Russia, July 19, 2018. REUTERS/Sergei Karpukhin

Es gebe mächtige Kräfte in den USA, die den Erfolg des Treffens sabotieren wollten, sagte Putin am Donnerstag vor ausländischen Diplomaten. “Dennoch wurde begonnen, den Weg zu positiven Veränderungen einzuschlagen.” Trump erklärte über Twitter, er freue sich auf ein zweites Gipfeltreffen. Erneut griff er seine Kritiker scharf an. Er sprach von einer Lügenpresse, die eine Konfrontation mit Russland wolle.

Es gebe in den USA Kräfte, die bereit seien, die amerikanisch-russischen Beziehungen zugunsten eigener innenpolitischer Ambitionen zu opfern, sagte Putin. Dieselben Kräfte seien offenbar auch bereit, Hunderttausende US-Arbeitsplätze zu opfern und den Unternehmen und der Sicherheit der USA zu schaden. Namen nannte Putin keine. Das Treffen in Helsinki sei insgesamt ein Erfolg gewesen und habe nützliche Abmachungen hervorgebracht, sagte er ohne Einzelheiten zu nennen. Es wäre naiv zu glauben, Probleme, die sich über Jahre aufgebaut hätten, in wenigen Stunden lösen zu können. Man sei auf dem Weg zu besseren Beziehungen. Putin warnte vor den Folgen, sollten sich beide Seiten nicht darauf einigen. Wenn etwa die Arbeit an einer Verlängerung des Start-Abkommens zur Abrüstung strategischer Waffen nicht jetzt beginne, werde es in eineinhalb Jahren auslaufen.

TRUMP BRINGT ZWEITES TREFFEN MIT PUTIN INS SPIEL

Trump twitterte, nach einem zweiten Gipfeltreffen mit Putin könne damit begonnen werden, einige der besprochenen Dinge umzusetzen. Er nannte die Themen “Stopp des Terrorismus, Sicherheit für Israel, Verbreitung von Atomwaffen, Cyberangriffe, Handel, Ukraine, Frieden in Nahost, Nordkorea und mehr”.

Erneut rechtfertigte er den Verlauf des Helsinki-Treffens. “Die Lügenpresse sehnt so sehr eine große Konfrontation mit Russland herbei, selbst eine Konfrontation, die in einen Krieg münden könnte. Sie machen rücksichtslos Druck und hassen die Tatsache, dass ich wahrscheinlich eine gute Beziehung zu Putin haben werde”, twitterte Trump. Bei dem Gipfeltreffen hatte sich der US-Präsident geweigert, Putin für eine Einmischung Russlands in die US-Präsidentenwahl 2016 verantwortlich zu machen. Dafür war er in den USA auch in seiner eigenen Partei scharf angegriffen worden. Später zog Trump seine Äußerungen zurück und sagte, er habe sich versprochen.

Dem TV-Senders CBS sagte Trump am Mittwoch, er würde Putin persönlich für eine russische Einmischung bei der Wahl verantwortlich machen. Bei seinen Gesprächen mit dem russischen Präsidenten habe er sehr deutlich gemacht, dass es solche Einmischungen nicht geben dürfe.

ZUSTIMMUNG IN USA FÜR TRUMPS NATO-KURS

Unterstützung erhält Trump in den USA dagegen einer Umfrage zufolge bei seinem harten Kurs gegenüber den Nato-Verbündeten. Fast die Hälfte der US-Bürger ist davon überzeugt, dass die USA ihre Partner nur dann verteidigen sollten, wenn sie mehr für die Verteidigung ausgeben, wie eine Reuters/Ipsos-Umfrage ergab. Rund 49 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die USA die Beistandsverpflichtung nicht erfüllen brauchen, wenn ihre Verbündeten nicht mehr Geld in die Rüstung stecken. 18 Prozent sagten, sie seien sich nicht sicher. Ein Drittel lehnte eine Verknüpfung von Ausgaben und Beistand ab. Die Beistandsverpflichtung ist der Grundpfeiler des westlichen Militärbündnisses.

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