February 16, 2018 / 2:34 PM / 10 months ago

HINTERGRUND-Die fünf großen Aufgaben für Südafrikas neuen Präsidenten

Johannesburg (Reuters) - Nach dem Rücktritt von Jacob Zuma als Präsident Südafrikas muss sich sein Nachfolger Cyril Ramaphosa um eine Reihe Probleme in der zweitgrößten Volkswirtschaft des Kontinents kümmern.

Cyril Ramaphosa is sworn in as the new South Africa president at the parliament in Cape Town, South Africa February 15, 2018. REUTERS/Rodger Bosch/Pool

Auf den neuen Staatschef des Landes, das zu den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G20) gehört, kommen fünf große Herausforderungen zu:

VERMEIDUNG EINER RATING-HERABSTUFUNG

Eines der dringendsten Probleme für Ramaphosa dürfte die Vermeidung einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Südafrikas sein. Eine Herunterstufung von Anleihen in der Landeswährung Rand auf Ramschniveau würde nach Angaben der Notenbank den Ausschluss aus dem Citigroup Bond Index nach sich ziehen und könnte den Abfluss von umgerechnet rund 6,9 Milliarden Euro auslösen. Die für Freitag geplante Rede Ramaphosas zur Lage der Nation wäre die erste Möglichkeit, die Ratingagenturen Moody’s, S&P und Fitch davon zu überzeugen, dass der neue Staatschef das Ruder herumreißen kann. Die Besetzung des Postens für den Finanzminister dürfte in der kommenden Woche eine ebenso große Rolle spielen.

KONJUNKTURBELEBUNG

Wenn Südafrika die hohe Arbeitslosenquote von derzeit 27 Prozent abbauen will, benötigt es ein höheres Wirtschaftswachstum. Das Land rutschte vergangenes Jahr erstmals seit 2009 in eine Rezession. Sollte Ramaphosa den Reformstau lösen, rechnen Volkswirte mit einem Wachstum von ein bis zwei Prozent.

KAMPF GEGEN KORRUPTION

Ramaphosas Bemühungen, der weit verbreiteten Korruption in der Regierung die Stirn zu bieten, dürfte maßgeblich über das Abschneiden des ANC bei den Parlamentswahlen im kommenden Jahr entscheiden. Auch die Wiederherstellung des Vertrauens von Investoren hängt von diesem Faktor ab.

REFORM STAATLICHER BETRIEBE

Das Missmanagement bei Betrieben in Staatsbesitz, unter anderem beim Versorger Eskom, bereitete Investoren und Ratingagenturen zu Zumas Zeiten zunehmend Sorge. Von Ramaphosa werden umgehend Reformen sowie die Besetzung von Top-Jobs mit fähigen Experten in staatlichen Firmen erwartet. Viele Investoren fordern zudem mehr Privatisierungen, darunter der angeschlagenen Fluglinie South African Airways, was politisch aber schwerer umzusetzen sein dürfte.

DIE SPALTUNG DES ANC ÜBERWINDEN

Bei den Parlamentswahlen 2019 könnte der ANC erstmals seit dem Ende der Apartheid 1994 die Mehrheit verlieren. Unter Zuma vertiefte sich die Spaltung der Partei, was vor allem an seiner Amtsführung und Korruptionsskandalen lag. Ramaphosa muss das Vertrauen in den ANC wiederherstellen, indem er Schlüsselpositionen mit geeigneten Politikern besetzt, ohne die Unterstützung von Zuma-Anhängern aufs Spiel zu setzen, die immer noch viel Einfluss in den Wahlbezirken haben.

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