June 16, 2020 / 7:46 AM / a month ago

Nordkorea sprengt Verbindungsbüro in die Luft

A North Korean flag flutters next to concertina wire at the North Korean embassy in Kuala Lumpur, Malaysia March 9, 2017. REUTERS/Edgar Su

Seoul (Reuters) - Nordkoreas Sprengung des gemeinsamen Verbindungsbüros mit Südkorea ruft die USA auf den Plan.

Außenminister Mike Pompeo sollte nach Angaben seines Büros noch am Dienstag in Begleitung des für Korea zuständigen ranghöchsten US-Diplomaten Stephen Biegun nach Hawaii reisen. Mit dem Vorgang vertraute Personen sagten, geplant sei ein Treffen mit einer chinesischen Delegation, um eine ganze Reihe von Themen zu besprechen, darunter auch Nordkorea. Die USA sind der mächtigste militärische Verbündete Südkoreas, China wiederum ist neben Russland der wichtigste Unterstützter der kommunistischen Führung in Pjöngjang, die wegen ihrer Raketen- und Atomtests international weitgehend isoliert ist.

Die Sprengung des Verbindungsbüros ist ein schwerer Rückschlag für die Bemühungen um einen dauerhaften Frieden auf der koreanischen Halbinsel und wohl auch für US-Präsident Donald Trump, der Nordkorea von dessen Atomprogramm abbringen will. Nordkorea hatte das wegen der Corona-Schutzmaßnahmen seit Januar geschlossene vierstöckige Gebäude in der demilitarisierten Grenzzone nach vorangegangenen Drohungen am Morgen in die Luft gejagt. Nach Darstellung staatlicher Medien handelte es sich um Vergeltung für Flugblattaktionen von Überläufern und deren Unterstützer, die als “menschlicher Abschaum” verunglimpft wurden. Das Militär prüft den Berichten zufolge zudem “Aktionspläne”, die eine Rückkehr in Gebiete vorsähen, die 2018 im Rahmen eines Abkommens demilitarisiert wurden, sowie eine Umwandlung der “Frontlinie in eine Festung”.

Der stellvertretende südkoreanische Wiedervereinigungsminister Suh Ho, der das 2018 eröffnete Verbindungsbüro mit geleitet hatte, nannte die Sprengung einen beispiellosen und unsinnigen Vorgang. Südkoreas Sicherheitsrat warnte, man werde “streng reagieren”, sollte Nordkorea die Spannungen weiter verschärfen. Chinas Außenministerium erklärte, man hoffe auf Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel. Russland rief alle Beteiligten zur Zurückhaltung auf.

Formell befinden sich die beiden koreanischen Staaten immer noch im Krieg. Der Konflikt von 1950 bis 1953 endete lediglich in einem Waffenstillstand, ein Friedensvertrag wurde nicht geschlossen. Das Verbindungsbüros war auf seine Art einzigartig. Während seiner aktiven Nutzung arbeiteten Südkoreaner im zweiten und Nordkoreaner im vierten Stock. Im dritten Stock gab es Konferenzräume, in denen beiden Seiten Treffen abhalten konnten. Das Büro galt als Symbol für eine vorsichtige Annäherung der verfeindeten Nachbarn. Doch am Wochenende hatte Kim Yo Jong, die die Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und selbst eine einflussreiche Funktionärin in der regierenden Arbeiterpartei, angekündigt, dass in Kürze “eine tragische Szene des komplett eingestürzten, nutzlosen Nord-Süd-Verbindungsbüros zu sehen sein” werde.

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