April 6, 2018 / 7:39 AM / 21 days ago

Südkoreas Ex-Präsidentin Park zu 24 Jahren Haft verurteilt

Seoul (Reuters) - Ein Gericht in Seoul hat die ehemalige südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye wegen Korruption und Machtmissbrauchs zu 24 Jahren Haft verurteilt.

South Korean ousted leader Park Geun-hye arrives at a court in Seoul, South Korea, August 25, 2017. REUTERS/Kim Hong-Ji TPX IMAGES OF THE DAY

Die Richter sahen es am Freitag als erwiesen an, dass die 66-Jährige und ihre Vertraute Choi Soon Sil Bestechungsgelder in Millionenhöhe von Großkonzernen wie Samsung angenommen haben. Das Geld floss demnach in Stiftungen, die der damaligen Präsidentin Unterstützung und zusätzlichen Einfluss sichern sollten. Außerdem muss sie eine Strafe von umgerechnet 13,8 Millionen Euro zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine 30-jährige Haftstrafe sowie eine Geldstrafe von umgerechnet rund 90 Millionen Euro gefordert. Park, die bei der Urteilsverkündung nicht anwesend war, hat die Vorwürfe bestritten.

SKANDAL FÜHRTE ZUR AMTSENTHEBUNG PARKS

Der Skandal um Park und deren Vertraute Choi hatte große Wellen in der südkoreanischen Gesellschaft geschlagen. Im Laufe der Ermittlungen war deutlich geworden, dass Choi, obgleich ohne offiziellen Posten, Zugang zum Präsidialamt und zu internen Informationen hatte sowie einen großen Einfluss auf Park ausübte. Große Unternehmen wurden unter Duck gesetzt, um Spenden zu bekommen. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe formierte sich eine Protestbewegung gegen Park. Auf Demonstrationen forderten Hunderttausende ihren Rücktritt. Schließlich enthob sie das Verfassungsgericht ihres Amtes. Park ist damit das erste demokratisch gewählte Staatsoberhaupt Südkoreas, das zum Rücktritt gezwungen wurde.

GERICHT KRITISIERT MANGEL AN REUE UND EINSICHT

Das Gericht kreidete Park besonders an, dass sie “kein Zeichen von Reue” gezeigt habe. Ganz im Gegenteil habe sie versucht, die ganze Schuld auf Choi und ihre Mitarbeiterinnen abzuwälzen. Das Gericht komme nicht umhin, Park streng zur Verantwortung zu ziehen, sagte Richter Kim Se Yoon. Sie habe die ihr vom Volk anvertraute Macht missbraucht und dadurch die Staatsgeschäfte ins Chaos gestürzt, was letztlich zu ihrer Amtsenthebung geführt habe.

Choi wurde im Februar zu 20 Jahren Haft verurteilt. Bereits im August 2017 war der Chef der südkoreanischen Samsung-Gruppe und Vize-Chairman von Samsung Electronics, Jay Y. Lee, wegen Korruption zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Nach Ansicht des Gerichts hat der Enkel des Firmengründers versucht, sich mit Schmiergeldzahlungen die politische Unterstützung Parks zu sichern. Der Chef der Lotte-Gruppe, des fünftgrößten Firmenkonglomerats Südkoreas, Shin Dong Bin, wurde wegen Schmiergeldzahlungen an Park und Choi zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

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