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Trump ruft Nordkorea zu Gesprächen über Atomprogramm auf
7. November 2017 / 08:24 / in 16 Tagen

Trump ruft Nordkorea zu Gesprächen über Atomprogramm auf

Seoul (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat im Atomkonflikt mit Nordkorea überraschend eine Verhandlungslösung ins Spiel gebracht.

U.S. President Donald Trump and first lady Melania attend a state dinner hosted by South Korea's President Moon Jae-in at the Blue House in Seoul, South Korea November 7, 2017. REUTERS/Jonathan Ernst

“Ich glaube wirklich, dass es sinnvoll ist, dass Nordkorea an den Verhandlungstisch kommt und einen guten Deal für sich herausholt”, sagte Trump am Dienstag bei einem Besuch in Südkorea. Es war der bislang versöhnlichste Appell des Präsidenten an den weitgehend isolierten Staat, der den USA mit einem Atomangriff gedroht hat. Zugleich rief Trump zu einem weltweiten Schulterschluss gegen Nordkorea auf und bekräftigte seine bisherige Haltung, auch vor einer militärischen Lösung des Konflikts nicht Halt zu machen.

Trump drängte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, “das Richtige zu tun”. “Ich sehe etwas Bewegung”, sagte er nach einem Treffen mit seinem südkoreanischen Kollegen Moon Jae In. Auch China und Russland arbeiten nach Trumps Worten intensiv an einer Lösung. Moon hat sich zuletzt genau wie die Regierungen in Moskau und Peking für eine diplomatische Lösung des Konflikts stark gemacht und damit die Kritik Trumps auf sich gezogen. Trump hatte auch mit einem Rückzug aus einem Handelsabkommen mit Südkorea gedroht.

Ein Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin kündigte umgehend an, dass Putin und Trump in dieser Woche beim Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in Vietnam über Nordkorea sprechen würden.

Trump und Kim hatten in den vergangenen Wochen ihre Kriegsrhetorik immer weiter hochgeschraubt und damit weltweit Sorgen vor einer militärischen Eskalationen geweckt. Trump brüskierte dabei seinen Außenminister Rex Tillerson, der sich ebenfalls für Verhandlungen mit dem kommunistischen Staat aussprach, was Trump als Zeitverschwendung abtat.

TRUMP ERNEUERT DROHUNG EINES MILITÄRSCHLAGS

Er hoffe bei Gott, dass die USA gegenüber Nordkorea nicht von ihrer militärischen Macht Gebrauch machen müssten, erklärte Trump in Seoul. Er sei entschlossen, alles zu tun, um den “nordkoreanischen Diktator” zu stoppen. Trump kündigte weitere Manöver in der Region an und besuchte mit seiner Frau Melania auch Camp Humphreys, den größten US-Militärstützpunkt in Südkorea. Zwischen Nord- und Südkorea gibt es keinen Friedensvertrag, da der Korea-Krieg 1953 nur mit einem Waffenstillstand endete. Beide Seiten haben Tausende Raketen aufeinander gerichtet, die USA knapp 30.000 Soldaten im Süden stationiert.

Nordkoreas Führung hat die Weltgemeinschaft mit anhaltenden Atombomben- und mehreren Raketentests aufgeschreckt. Das Land arbeitet an atomwaffenfähigen Raketen, mit denen das US-Festland erreicht werden kann.

Südkorea ist die zweite Station auf Trumps zwölftägiger Asien-Reise. Zuvor hatte er Japan besucht und dort mit Ministerpräsident Shinzo Abe Einigkeit im Atomstreit mit Nordkorea demonstriert. Die beiden Verbündeten seien in der Frage zu Hundert Prozent auf einer Linie, sagte Abe am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Trump in Tokio. Am Dienstag kündigte die japanische Regierung zusätzliche Sanktionen gegen Nordkorea an. Die Vermögenswerte von mehreren nordkoreanischen Banken und 26 Einzelpersonen sollen eingefroren werden.

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