September 18, 2019 / 9:13 AM / a month ago

Saudi-Arabien und USA verschärfen Vorwürfe gegen Iran

Iranian President Hassan Rouhani attends a joint news conference with Russian President Vladimir Putin and Turkish President Tayyip Erdogan in Ankara, Turkey, September 16, 2019. Pavel Golovkin/Pool via REUTERS

Dubai (Reuters) - Saudi-Arabien und die USA verstärken nach den Angriffen auf zentrale Ölanlagen im Königreich ihre Vorwürfe gegen den Iran.

Es sei so gut wie sicher, dass der Iran die Attacken unterstützt habe, sagte der saudiarabische Botschafter in London, Prinz Chalid bin Bander, am Mittwoch der BBC. Die Führung in Riad kündigte für den Nachmittag an, konkrete Belege vorzulegen, die “eine Verwicklung des iranischen Regimes in den Terrorangriff beweisen”. US-Außenminister Mike Pompeo wurde in der Hafenstadt Dschidda erwartet. Dort sollte er nach US-Angaben mit Kronprinz Mohammed bin Salman Bemühungen gegen “die iranische Aggression in der Region” koordinieren.

Die Islamische Republik wies die Vorwürfe entschieden zurück. Wie Saudi-Arabien beteuerte sie ihr grundsätzliches Interesse an einer Deeskalation. Ali Schamchani von Obersten Nationalen Sicherheitsrat des Iran warnte aber zugleich laut einem Bericht der Zeitung “Etemad”, sein Land sei darauf vorbereitet, “Aggressoren mit einer vernichtenden und umfassenden Antwort auf mögliche böse Aktionen zu überraschen”.

Das saudiarabische Verteidigungsministerium setzte für 16.30 Uhr (MESZ) eine Pressekonferenz an. US-Regierungsvertretern zufolge gingen die Angriffe auf die Ölanlagen vom Südwesten des Iran aus. Es seien Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt worden. Dies deute darauf hin, dass die Angriffe komplexer und aufwendiger gewesen seien als zunächst gedacht. Die Amerikaner legten für ihre Angaben keine Beweise vor, zeigten sich aber zuversichtlich, dass Saudi-Arabien “überzeugende forensische Belege” präsentieren werde.

NICHTS ÜBERSTÜRZEN

Prinz Chalid bin Bander sagte, Saudi-Arabien wolle nicht übereilt handeln. “Denn das Letzte, was wir brauchen, ist ein weiterer Konflikt in der Region.” Sein Land versuche gemeinsam mit den USA, Großbritannien, den Vereinten Nationen und anderen Partnern aufzuklären, woher die Angriffe gekommen seien. Frankreich kündigte die Entsendung eigener Experten nach Riad an, um bei den Ermittlungen zu helfen. Die Bundesregierung will gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien zu einer Bewertung der Anschläge kommen. Dazu würden die bisherigen Informationen mit eigenen Erkenntnissen abgeglichen, sagte Außenminister Heiko Maas. Russlands Präsident Wladimir Putin forderte nach Angaben des Kreml in einem Telefonat mit dem Kronprinzen eine sorgfältige und unvoreingenommene Untersuchung der Angriffe.

Irans Verteidigungsminister Amir Hatami sagte laut einem Bericht der halbamtlichen Nachrichtenagentur Tasnim, der Iran habe bei den Angriffen am Wochenende keine Rolle gespielt. Die Lage sei klar: Der Konflikt herrsche zwischen zwei Ländern, dem Jemen und Saudi-Arabien. Die Huthi-Rebellen im Jemen haben die Angriffe, bei denen fünf Prozent der globalen Erdölproduktion ausgeschaltet wurden, für sich reklamiert. Die Miliz wird von Irans geistlichen Führern unterstützt. Militärische oder finanzielle Hilfen fließen nach Angaben Teherans aber nicht.

“Wir wollen keinen Konflikt in der Region”, sagte Irans Präsident Hassan Ruhani in einem von iranischen Medien verbreiteten Video. “Wer hat den Konflikt begonnen? Nicht die Jemeniten. Es waren Saudi-Arabien, die Emirate, Amerika, bestimmte europäische Länder und das zionistische Regime (Israel), die den Krieg in dieser Region begonnen haben.”

Ruhani hat erklärt, der Angriff der Huthis sei eine Warnung der Miliz gewesen nach Angriffen auf Krankenhäuser, Schulen und Märkten im Jemen, die der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition zugeschrieben worden seien. Saudi-Arabien kämpft mit einer breiten Militärallianz an der Seite der international anerkannten, von den Huthis aber weitgehend entmachteten Regierung des Jemen.

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