June 23, 2020 / 6:52 AM / 19 days ago

Jemenitische Huthi - Haben Saudi-Arabiens Hauptstadt angegriffen

General view of Riyadh city, after the Saudi government eased a curfew, following the outbreak of the coronavirus disease (COVID-19), in Riyadh, Saudi Arabia, June 21 2020. Picture taken June 21, 2020. REUTERS/Ahmed Yosri

Dubai (Reuters) - Die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen haben nach eigenen Angaben tief in Saudi-Arabien gelegene Ziele mit Drohnen und Raketen angegriffen.

Das Verteidigungsministerium und ein Militärstützpunkt in der Hauptstadt Riad seien getroffen worden, sagte der Sprecher der Huthi-Truppen, Jahja Sarea, in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Saudi-Arabien dagegen erklärte, der Angriff sei abgewehrt worden. Ein Reuters-Augenzeuge in Riad hörte am frühen Morgen zwei laute Explosionen und sah Rauchwolken am Himmel über der Stadt. Über mögliche Schäden oder Opfer gab es zunächst keine Berichte. Saudi-Arabien führt seit fünf Jahren Krieg gegen die von seinem Erzrivalen Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen.

Zahlreiche ballistische Raketen und Drohnen hätten auf die Hauptstadt des saudiarabischen Feindes gezielt, sagte Militärsprecher Sarea. Unter anderem das Verteidigungs- und das Geheimdienstministerium sowie der König-Salman-Luftwaffenstützpunkt seien getroffen worden. Auch im Süden Saudi-Arabiens seien Angriffe auf Militärstützpunkte in den Grenzstädten Nadschran und Dschisan gestartet worden.

ALLIANZ: RAKETEN AUF ZIELE IN SAUDI-ARABIEN ABGEFANGEN

Die von Saudi-Arabien geführte sunnitische Allianz gegen die Huthis teilte mit, sie habe eine von den Rebellen abgeschossene ballistische Rakete zerstört, die Riad zum Ziel gehabt habe. Drei Raketen der Huthi seien zudem im Süden Saudi-Arabiens abgefangen worden, sagte Turki al-Malki, der Sprecher der Allianz, der staatlichen saudiarabischen Nachrichtenagentur SPA zufolge. Die Raketen seien auf Nadschran und Dschisan an der Grenze zum Jemen abgefeuert worden. Bereits am Montagabend seien mehrere bewaffnete Drohnen zerstört worden, die ebenfalls Saudi-Arabien zum Ziel gehabt hätten.

Nach dem Ende einer sechswöchigen Waffenruhe im Mai, die im Zuge der Coronavirus-Pandemie vereinbart worden war, hat die Gewalt zwischen beiden Seiten wieder zugenommen. Seit fünf Jahren bekämpft die von Saudi-Arabien geführte Allianz die Huthis, hinter denen der Iran steht, im Jemen. Dort hatten die Rebellen Ende 2014 den von Saudi-Arabien unterstützten international anerkannten Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi gestürzt, dem sie Korruption und Misswirtschaft vorwerfen. 2015 schaltete sich Saudi-Arabien in den Konflikt ein und schmiedete die sunnitische Allianz. Das erzkonservative Königreich Saudi-Arabien und der Iran, der sich als Schutzmacht der Schiiten begreift, ringen seit Jahren um die Vormachtstellung in der Region und liefern sich im Jemen einen Stellvertreterkrieg. Sunniten und Schiiten, die beiden größten Gruppen unter den muslimischen Glaubensrichtungen, bekämpfen sich immer wieder - auch in anderen Ländern.

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