April 25, 2018 / 2:06 PM / 3 months ago

Saudi-Arabien privatisiert zuerst Schulgebäude und Wasserwerke

Riad/Dubai (Reuters) - Saudi-Arabien will nach offiziellen Angaben durch sein massives Privatisierungsprogramm in den kommenden zwei Jahren mehr als 10.000 Arbeitsplätze schaffen und über zehn Milliarden Dollar einnehmen.

FILE PHOTO: Saudi Arabia's Crown Prince Mohammed bin Salman Al Saud is seen during a meeting with U.N Secretary-General Antonio Guterres at the United Nations headquarters in the Manhattan borough of New York City, New York, U.S. March 27, 2018. REUTERS/Amir Levy/File Photo

Im ersten Schritt liege die Priorität bei Schulen und Entsalzungswerken, sagte der Direktor der zuständigen Behörde, Turki A. Al Hokail am Mittwoch. Er kündigte neue Vorschriften an, um sowohl ausländische als auch inländische Investoren anzulocken. Diese fragen sich unter anderem, wie unabhängig die Firmen sein werden. Saudi-Arabien will sich im großen Stil von Firmenbeteiligungen trennen und damit seine Abhängigkeit von Öl-Einnahmen verringern. Experten zufolge kommt das Programm allerdings schleppend voran.

“Das ist ein umfangreicher Umbau der Wirtschaft”, sagte Hokail. “Die Regierung wechselt vom Betreiben der Projekte dazu, sie zu überwachen und zu regulieren. Es wird Aufgabe des Privatsektors sein, sie zu betreiben.” Er wies ausdrücklich auf Bedenken potenzieller Investoren hin, inwieweit sie über die Anstellung und Entlassung von Mitarbeitern entscheiden können. Grundsätzlich sei das Königreich bereit, auch eine Veräußerung von 100 Prozent der Anteile an staatlichen Firmen in Erwägung zu ziehen. Allerdings werde man allgemein wählerisch sein, was die Käufer angehe. Sie müssten ihre Absicht demonstrieren, für mehr Wirtschaftswachstum zu sorgen, Stellen zu schaffen und örtliche Talente zu fördern.

Am Dienstag hatte die staatliche Nachrichtenagentur Einzelheiten der Pläne veröffentlicht. Demnach will die Regierung mit dem Programm allein bis 2020 bis zu elf Milliarden Dollar einnehmen. Zudem sollen bis zu 12.000 Stellen geschaffen werden. Hokail sprach von Plänen, in diesen zwei Jahren den Verkauf von fünf Anlagen abzuschließen und 14 Kooperationen zwischen Privatunternehmen und dem Staat auf die Beine zustellen. Derzeit stehen bereits die Ras-Al-Chair Entsalzungsanlage, Aufträge für den Bau und Betrieb von 60 Schulen sowie vier Mühlen und Fußballmannschaften auf der Liste.

“Vision 2030” soll insgesamt rund 300 Milliarden Dollar in die Staatskasse spülen, davon 200 Milliarden durch Privatisierungen unter anderem der Post, von Häfen und Energie-Unternehmen. Zudem will die Regierung in Riad fünf Prozent des Ölkonzerns Saudi Aramco an die Börse bringen und damit weitere 100 Milliarden Dollar einnehmen. Doch knapp zwei Jahre nach der Ankündigung durch Kronprinz Mohammed bin Salman kommt das Projekt nach Einschätzung von Bankern, Investoren und Experten im Schneckentempo voran. Sie weisen unter anderem auf das Fehlen klarer rechtlicher Rahmenbedingungen hin.

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