December 19, 2017 / 3:15 PM / a month ago

Huthis heizen Konflikt mit Saudi-Arabien mit neuem Angriff an

Riad (Reuters) - Mit einem Raketenangriff auf den saudischen Königspalast haben die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen den Konflikt zwischen den beiden Regionalmächten weiter verschärft.

Die im Jemen gegen die Regierung kämpfenden Huthi sprachen von einem neuen Kapitel in der seit Jahren andauernden Konfrontation. Saudi-Arabien bestätigte, am Dienstag eine ballistische Rakete aus dem Jemen abgefangen zu haben, die den Süden der Hauptstadt Riad habe treffen sollen. Nach ersten Erkenntnissen habe es keine Opfer gegeben.

Ein Huthi-Sprecher erklärte, im Visier der Rakete sei der Yamama-Palast, die offizielle Resident von König Salman, gewesen. Zum Zeitpunkt des Angriffs fand dort ein Treffen hochrangiger Regierungsvertreter statt. Reuters-Zeugen berichteten von einer Detonation und sahen, wie Rauch über dem Nordosten der saudiarabischen Hauptstadt aufstieg.

Auch die Bundesregierung bewertete den Angriff als “weitere militärische Eskalation durch die Huthi-Rebellen”, die den Konflikt weiter verschärfe. “Die Raketenangriffe auf Saudi-Arabien müssen endlich ein Ende nehmen”, erklärte das Auswärtige Amt.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Huthi-Rebellen mit Flugkörpern das Nachbarland ins Visier nehmen. Anfang November hatte Saudi-Arabien eine ballistische Rakete in der Nähe des Flughafens von Riad abgefangen. Bereits damals wuchs die Furcht, dass der Stellvertreterkrieg zwischen den Saudi-Arabien und dem Iran in einen direkten Konflikt umschlagen könnte. Die sunnitische saudiarabische Regierung wirft dem schiitischen Iran vor, die Huthi mit Raketen auszurüsten. Die Führung in Teheran bestreitet dies. Die USA haben in der vergangenen Woche Überreste der Rakete präsentiert, die bei dem Anschlag Anfang November verwendet worden sein soll. Damit ist aus Sicht der US-Regierung der Beweis einer direkten iranischen Verwicklung in den Konflikt erbracht. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman bezeichnete die Raketen-Lieferungen an die Rebellen als “kriegerischen Akt”.

Saudi-Arabien und der Iran ringen in der Region um Vorherrschaft. Dabei versteht sich Saudi-Arabien als Schutzmacht der Sunniten, der Iran als die der Schiiten. Im Jemen kämpfen die schiitischen Huthi-Rebellen gegen die Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansur. Sie erhalten Beistand vom Iran. Saudi-Arabien wiederum führt eine Allianz sunnitischer Staaten an, mit denen sie die jemenitische Regierung gegen die Rebellen unterstützt. Die Koalition nimmt dabei auch immer wieder Ziele im Jemen unter Beschuss. Seit dem 6. Dezember wurden bei Luftangriffen nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 100 Zivilisten getötet.

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