May 8, 2013 / 10:39 AM / 7 years ago

Zeitung - EZB prüft Aufkauf südeuropäischer Kreditpakete

Frankfurt (Reuters) - Im Kampf gegen die Schuldenkrise und eine Kreditklemme in Teilen der Währungsunion prüft die Europäische Zentralbank (EZB) einem Zeitungsbericht zufolge den Aufkauf von Kreditpaketen aus Südeuropa.

Zahlreiche Notenbanker könnten sich dafür erwärmen, verbriefte Darlehen aufzukaufen, berichtete “Die Welt” am Mittwoch unter Berufung auf Notenbankkreise. Damit würde die Zentralbank jedoch in den Augen von Kritikern - darunter die Bundesbank und angeblich auch die beiden einflussreichen Direktoriumsmitglieder Yves Mersch und Jörg Asmussen - erhebliche Verlustrisiken eingehen. Laut ihres Mandats darf die EZB allerdings Verbriefungen - sogenannte ABS - durchaus am Finanzmarkt erwerben. Asmussen sagte in Brüssel, die EZB sei grundsätzlich offen für alle Optionen innerhalb ihres Mandats, die helfen könnten, den Kreditfluss zu beleben.

Viele klein- und mittelständische Unternehmen in Euro-Krisenstaaten wie etwa Spanien oder Italien haben seit längerer Zeit enorme Probleme, Kredite zu bekommen. EZB-Präsident Mario Draghi hatte nach der Senkung der Leitzinsen auf ein Rekordtief von 0,5 Prozent vergangene Woche zusätzliche Initiativen zur besseren Kreditversorgung dieser Firmen angekündigt. Draghi hatte erklärt, dass mit verschiedenen europäischen Institutionen darüber beraten werde, wie der Markt für forderungsgesicherte Wertpapiere (asset-backed securities, ABS) angeschoben werden könne. Bereits zuvor hatte EZB-Direktor Mersch diese Option in einem Gastbeitrag für die “Financial Times” in die Diskussion gebracht. Über ABS-Konstruktionen können Kreditinstitute ihre mit Sicherheiten wie Immobilien versehenen Unternehmenskredite zu Paketen schnüren und am Finanzmarkt verkaufen.

Anders als bisher bekannt geht es der EZB laut “Welt” aber nicht nur darum, Rahmenbedingungen für Kreditverbriefungen zu verbessern. Im Gouverneursrat werde darüber diskutiert, ob die Zentralbank nicht selbst solche ABS-Papiere aufkaufen könnte. Eine Mehrheit im EZB-Rat für einen solchen Vorstoß sei gut möglich. Ein Sprecher der EZB sagte Reuters, die Diskussion über zusätzliche Instrumente zur Belebung der Kreditmärkte sei nicht abgeschlossen. Der Markt für Kreditverbriefungen basierend auf Darlehen für klein- und mittelständische Firmen ist nach einer Schätzung der US-Investmentbank JP Morgan mit 170 Milliarden Euro recht klein im Vergleich etwa mit den Märkten für Devisen, Anleihen oder auch Aktien.

ABS-Konstruktionen waren wegen ihrer Rolle als eine Art Brandbeschleuniger in der Frühphase der Finanzkrise 2007/08 in Verruf gekommen. Seitdem ist der Markt so gut wie tot. Experten gehen allerdings davon aus, dass inzwischen die meisten ABS-Papiere von ordentlicher Qualität sind. Nach Informationen aus Notenbankkreisen geht es der EZB nicht darum, hohe Risiken von den Banken in ihre eigene Bilanz zu verlagern, sondern nur den Markt wiederzubeleben. Die Zentralbank war vor Jahren ähnlich vorgegangen, als sie mit dem Ankauf von Pfandbriefen versuchte zu verhindern, dass dieser für die Refinanzierung von Banken wichtige Markt austrocknet. Die EZB akzeptiert ABS-Papiere als Sicherheit bei ihren Refinanzierungsgeschäften mit den Banken - allerdings nur mit hohen Abschlägen.

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