July 21, 2011 / 3:09 PM / 6 years ago

Kosten für Stellenabbau verhageln Ericsson die Bilanz

Stockholm (Reuters) - Dem schwedischen Netzwerkausrüster Ericsson kommt der Stellenabbau teuer zu stehen.

Da in der Stockholmer Zentrale mehr Mitarbeiter als erwartet ein Abfindungsangebot annahmen, wies das Unternehmen am Donnerstag in seiner Quartalsbilanz eine Milliarden-Abschreibung aus. Der Betriebsgewinn fiel somit überraschend niedrig aus. Auch Umsatz und Gewinnmarge blieben hinter den Erwartungen zurück. Die Anleger reagierten wenig erfreut: An der Stockholmer Börse sackte der Aktienkurs von Ericsson bis zum Mittag rund zehn Prozent ab.

Mit einem operativen Gewinn von 5,0 Milliarden Kronen (548 Millionen Euro) in den vergangenen drei Monaten verfehlte Ericsson die Erwartungen um mehr als eine Milliarde Kronen. Für den Jobabbau schlügen im zweiten Quartal 1,3 Milliarden Kronen zu Buche, erklärte das Unternehmen. Weil mehr Stellen gestrichen würden, rechnet Ericsson im Gesamtjahr jetzt mit Kosten von drei Milliarden Kronen - 50 Prozent mehr als zunächst kalkuliert. Der Umsatz habe zudem unter der Stärke der schwedischen Währung gelitten. Er belief sich auf 54,8 Milliarden Kronen (rund sechs Milliarden Euro). Die operative Gewinnmarge sank auf 9,2 Prozent, was unter den Erwartungen der Analysten von 11,5 Prozent lag.

Ericsson bekräftigte seine Prognose, wonach das Netzwerk-Geschäft im Zeitraum von 2010 bis 2013 um sechs bis acht Prozent wachsen soll. Das Unternehmen zeigte sich zuversichtlich für das zweite Halbjahr, da dann mit weiteren Aufträgen im Zuge von Netzmodernisierungsprojekten in Europa zu rechnen sei. Das Erdbeben in Japan habe sich außerdem kaum auf das Geschäft ausgewirkt, die Produktions- und Lieferketten hätten nach einer kurzen Unterbrechung relativ schnell wieder den Normalbetrieb erreicht.

Das Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson hatte in der vergangenen Wochen mitgeteilt, dass der Mobiltelefonhersteller wegen des verheerenden Erdbebens in Japan überraschend in die Verlustzone gerutscht war. Die Folgen der Lieferengpässe waren vor allem zu Beginn des zweiten Quartals zu Buche geschlagen. Dank des gut laufenden Geschäfts mit den margenträchtigen Smartphones blickt das Joint-Venture von Sony und Ericsson optimistisch aufs laufende Vierteljahr. Die internetgängigen Handys machen inzwischen zwei Drittel des Absatzes aus.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below