May 6, 2009 / 2:06 PM / 10 years ago

Weiterhin hohe Alarmbereitschaft wegen Schweinegrippe

Washington (Reuters) - Trotz der bislang glimpflich verlaufenden Schweinegrippe-Epidemie bleibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Alarmbereitschaft.

Während in dem bislang am schwersten betroffenen Mexiko die Welle anscheinend etwas abebbt, registriert die WHO in Europa eine weitere Ausbreitung des Virus’ H1N1, der die neue Form der Grippe verursacht. Bis Mittwoch gab es laut WHO 1516 offiziell registrierte Infektionsfälle in 22 Ländern - die meisten in Mexiko (822) und den USA (403). Dort wurden auch 29 Todesfälle beziehungsweise ein Todesfall bestätigt. Die WHO-Statistik verzeichnet weniger Fälle als die nationalen Meldungen. Sie gilt aber als wissenschaftlich fundierter und hat damit mehr Gewicht. In Deutschland gibt es bislang neun Infektionen.

In den USA starb eine Frau in Texas an den Folgen der H1N1-Influenza, wie das Gesundheitsamt des US-Bundesstaats am Dienstag mitteilte. Sie sei chronisch krank gewesen. Dieser Todesfall war zunächst noch nicht in die WHO-Statistik eingegangen. In den USA war Ende April schon ein an dem Virus erkranktes Kind aus Mexiko gestorben.

Nach wie vor rechnen Experten mit einer weiteren Ausbreitung der Grippe. Die Frage ist, wie weit es geht und wie heftig die Krankheitsausbrüche sind. Die Gefahr einer weltweiten Grippewelle, einer Pandemie, besteht nach Einschätzung der WHO weiterhin. Auch frühere Pandemien begannen schleichend und mit milden Krankheitsformen, bevor sie mit großer Heftigkeit ausbrachen. Angesichts der zunehmenden Zahl von Ländern mit Schweinegrippe-Infektionen könnte die Organisation ihre Alarmstufe schon bald auf das höchste Niveau sechs anheben. Dann müssten in den Staaten Pandemie-Notfallpläne umgesetzt werden.

GRIPPEFURCHT SORGT FÜR EINSCHRÄNKUNGEN

Unterdessen sorgt die Grippe in vielen Teilen der Welt für Einschränkungen. So musste ein US-Kriegsschiff wegen des Ausbruchs der Schweinegrippe einen humanitären Einsatz im Südpazifik absagen. Bei einem Matrosen des Landungsschiffs “Dubuque” sei die Krankheit nachgewiesen worden, sagte ein Marinesprecher am Dienstag. Zudem gebe es 49 Verdachtsfälle. Das Schiff sollte ab dem 1. Juni vier Monate lang auf Samoa, den Solomon-Inseln, Tonga, Kiribati und den Marshall-Inseln medizinische und technische Hilfe liefern.

In Brunei wurden vorübergehend 200 britische Soldaten in Quarantäne gesteckt, weil drei von ihnen Grippesymptome zeigten. Die Soldaten waren zu einem Manöver in das kleine Land gekommen. Der Verdacht hat sich jedoch nicht bestätigt.

China hatte 43 Mexikaner festgehalten und vorsorglich in Quarantäne gehalten, was von der mexikanischen Regierung als Diskriminierung scharf kritisiert wurde. Keiner der Mexikaner hatte Grippe-Symptome. Sie durften inzwischen ausreisen. Im Gegenzug durften 98 in Mexiko festgehaltene Chinesen ebenfalls in ihre Heimat zurückkehren. Sie müssen dort eine Woche in Quarantäne bleiben.

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