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Elektrokonzern ABB wittert Morgenluft - Umsatz zieht an
20. April 2017 / 05:08 / vor 7 Monaten

Elektrokonzern ABB wittert Morgenluft - Umsatz zieht an

Zürich (Reuters) - Der Elektrokonzern ABB findet allmählich wieder in die Wachstumsspur zurück.

A woman walks past the logo of Swiss power technology and automation group ABB ahead of a news conference to present the company's full-year results in Zurich, Switzerland February 8, 2017. REUTERS/Arnd Wiegmann - RTX30430

Die Schweizer steigerten den Umsatz im ersten Quartal 2017 aus eigener Kraft um drei Prozent auf 7,85 Milliarden Dollar und erreichten damit die stärkste Zuwachsrate seit Frühjahr 2015. “Wir sehen erste Anzeichen einer Marktstabilisierung in Teilen der Prozessindustrie und auch einige Wachstumssignale in frühzyklischen Geschäften”, zeigte sich Konzernchef Ulrich Spiesshofer am Donnerstag etwas optimistischer als zuletzt. Der Gewinn kletterte um 45 Prozent auf 724 Millionen Dollar - allerdings nur, weil der Verkauf des Kabel-Geschäfts an die dänische NKT Cables viel Geld in die Kasse spülte. Allerdings dämpfte Spiesshofer Hoffnungen auf einen baldigen Boom der Geschäfte. 2017 werde ein Übergangsjahr.

Seit 2013 kämpft der Zürcher Konzern mit Gegenwind. Denn Förderunternehmen aus der Öl-, Gas- und Bergbaubranche bestellen angesichts niedriger Rohstoffpreise wenig neue Technik. Dazu kommt das geringere Wachstum in vielen Schwellenländern, wo ABB stark vertreten ist. Auch bei Konkurrenten wie Siemens und GE hinterließ der Trend zuletzt Spuren, die Rivalen schnitten aber deutlich besser ab. Als Folge der geopolitischen Unsicherheiten zögern viele ABB-Kunden auch jetzt noch mit größeren Investitionen.

In den ersten drei Monaten des Jahres sanken die Aufträge um neun Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar, vor allem weil der Konzern in China weniger große Orders in der Stromübertragung hereinholen konnte als im Vorjahr. Die von Quartal zu Quartal weniger stark schwankenden kleineren Bestellungen legten dagegen leicht zu, besonders gefragt waren Roboter. Barclays-Analyst James Stettler sprach von einem ermutigenden Trend, die ABB-Aktie legte am Mittag um 1,6 Prozent zu. Der Zwischenbericht des Konkurrenten Schneider kam an der Börse ebenfalls gut an. Ähnlich wie bei ABB zog das organische Umsatzwachstum bei den Franzosen zu Jahresbeginn auf rund drei Prozent an.

Auch ABB-Lenker Spiesshofer sieht seinen Konzern auf dem richtigen Weg. “Wir nehmen Fahrt auf, um das Wachstum des Geschäfts anzukurbeln”, erklärte er. An den mittelfristigen Zielen hält er fest. Bis 2020 soll der Umsatz jährlich um drei bis sechs Prozent zulegen und die operative Rendite elf bis 16 Prozent betragen. Im ersten Quartal erreichte ABB jeweils das untere Ende dieser Spannen.

Spiesshofer stellte auch weitere Zukäufe in Aussicht. Im Vordergrund stünden dabei die Bereiche Elektrifizierung sowie Roboter. Nach einer jahrelangen Abstinenz bei Großakquisitionen hatte sich ABB Anfang des Monats den österreichischen Steuerungshersteller Bernecker & Rainer (B&R) einverleibt. Mit der größten Übernahme seit fünf Jahren, die einem Insider zufolge knapp zwei Milliarden Dollar kostete, wollen die Schweizer den Rückstand auf den Industrieautomations-Weltmarktführer Siemens verkürzen.

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