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Unternehmensnachrichten

Elektrokonzern ABB will Covid-Tief 2021 hinter sich lassen

The logo of Swiss power technology and automation group ABB is seen at the Swiss Economic Forum (SEF) conference in Interlaken, Switzerland May 24, 2019. REUTERS/Arnd Wiegmann

Zürich (Reuters) - Der Elektrotechnikkonzern ABB dürfte nach Einschätzung seines neuen Chefs die schwierigste Phase in der Virus-Pandemie überstanden haben.

Mit Blick auf die Auswirkungen der angelaufenen zweiten Welle der Seuche sei er viel zuversichtlicher als bei der ersten Welle im März, erklärte Konzernchef Björn Rosengren am Freitag in einer Telefonkonferenz zum Quartalsabschluss. “Damals hatte ich keine Ahnung, wie die Gruppe mit einer so schwierigen Situation umgehen würde.” Heute sei klar, dass ABB ziemlich widerstandsfähig sei. “Bezüglich Covid sollen wir 2021 viel weniger betroffen sein als 2020”, sagte er zum Geschäftsgang im kommenden Jahr.

Im dritten Quartal schrumpfte der Auftragseingang des Schweizer Konzerns um neun Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar. Dabei gab es regional große Unterschiede. Während die Orders in den USA um 13 einbrachen, setzte in China mit einem Plus von sieben Prozent bereits eine Erholung ein.

Zudem bescherte der Verkauf des Stromnetzgeschäfts an die japanische Hitachi ABB einen dicken Gewinn. Dank der im Sommer verbuchten Transaktion vervielfachte sich der Überschuss auf 4,5 Milliarden Dollar von 515 Millionen Dollar. Aber auch im Tagesgeschäft konnte der seit Anfang März amtierende Rosengren erste Erfolge verbuchen. So verbesserte sich die operative Marge (Ebita) trotz der Corona-Belastungen dank Kostensenkungen leicht auf 12,0 Prozent. ABB sei auf gutem Weg, die geplanten Einsparungen von jährlich 500 Millionen Dollar schneller als geplant zu erreichen.

Rosengren hat den einzelnen Geschäftsbereichen auf Kosten der Konzernzentrale mehr Eigenverantwortung übertragen. Gleichzeitig machte der frühere Chef des Spezialmaschinenbauers Sandvik seinen Managern klar, dass sie auch kurzfristig an den Margen gemessen würden, wie ein Insider sagte. Entsprechend setzten sie auf Effizienzsteigerungen und drehten an der Kostenschraube. Die Profitabilität dürfte auch bei der laufenden Portfolio-Überprüfung einen großen Einfluss haben. Auf einem Investorentag am 19. November will sich Rosengren zum neuen Zuschnitt der Gesellschaft äußern.

Im dritten Quartal habe sich die Nachfrage erholt, sagte Rosengren. “Der Markt kommt langsam zurück, das ist ziemlich klar.” Weil das vierte Quartal für ABB üblicherweise weniger gut läuft als das dritte, dämpfte der Schwede aber die Erwartungen für die restlichen Wochen im Jahr 2020. Umsatz und Auftragseingang dürften unter Druck bleiben.

An der Börse verloren die ABB 2,8 Prozent an Wert. Die Analysten von JP Morgan erklärten angesichts der zahlreichen Sonderfaktoren in dem Abschluss, es handle sich um ein “Clean up”-Quartal. Während die operativen Margen positiv überrascht hätten, dürfte der Auftragseingang die Anleger enttäuscht haben.

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