April 28, 2020 / 8:14 AM / a month ago

ABB fürchtet Wucht der Corona-Krise - Jobabbau eine Option

FILE PHOTO: The logo of Swiss power technology and automation group ABB is seen at the Swiss Economic Forum (SEF) conference in Interlaken, Switzerland May 24, 2019. REUTERS/Arnd Wiegmann/File Photo

Zürich (Reuters) - Der Schweizer Elektronikkonzern ABB erwartet in den kommenden Monaten starke Belastungen durch die Folgen der Corona-Krise.

Die Nachfrage dürfte spürbar zurückgehen, sagte der neue Vorstandschef Björn Rosengren am Dienstag bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal. Zum Jahresauftakt schlug sich der Siemens-Konkurrent teils besser als erwartet - etwa beim Auftragseingang. Gleichwohl schrumpfte der Umsatz um neun Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar und der Nettogewinn um fast ein Drittel auf 376 Millionen. Die Jahresprognose hatte der seit Anfang März amtierende Rosengren bereits zuvor kassiert.

“ABB gibt derzeit keine Prognosen für das Gesamtjahr 2020 ab”, bekräftigte der Konzern nun. Das Unternehmen gehe davon aus, dass das Ergebnis im zweiten Quartal erheblich beeinträchtigt werde. Auftragseingang und Umsatz dürften gegenüber dem Vorquartal in allen Geschäftsbereichen deutlich sinken. Schwierig ist etwa die Lage der Sparte Robotik & Fertigungsautomation, die mit der Flaute im Automobilsektor zu kämpfen hat. Auch im Bereich Öl und Gas schwächte sich die Nachfrage ab. Der Haus- und Gebäudesektor verlor an Schwung, weil Bauunternehmen aufgrund von Quarantänemaßnahmen zunehmend in ihrer Tätigkeit eingeschränkt gewesen seien.

“MÜSSEN KOSTEN IM BLICK BEHALTEN”

Im ersten Quartal konnte ABB die Bestellungen noch auf vergleichbarer Basis um ein Prozent steigern. Die Ergebnisse seien besser als erwartet, erklärten Experten der Deutschen Bank. Viele Analysten hatten mit einem Rückgang um rund sieben Prozent gerechnet. Positiv sei auch zu werten, dass ABB den Verkauf der Stromnetzsparte an Hitachi weiter bis Ende des zweiten Quartals abschließen und auch an dem Aktienrückkaufprogramm festhalten wolle, betonte Citi-Experte Martin Wilkie.

Bislang hat der Konzern mit weltweit rund 144.000 Beschäftigten keinen Stellenabbau in der Krise vorgenommen. Eine Garantie, dass das so bleibt, gibt Rosengren nicht. ABB müsse seine Kostenstruktur im Auge behalten, sagte der Schwede. Stellenstreichungen und Kurzarbeit seien nicht ausgeschlossen.

ABB-Aktien legten am Dienstag in einem freundlichen Marktumfeld fünf Prozent zu.

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