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Wirtschaftsnachrichten

Virus-Krise brockt Schweiz historischen BIP-Einbruch ein

A Swiss flag is pictured during the sunrise on the Commercial and Financial District in Geneva, Switzerland, November 23, 2017. REUTERS/Denis Balibouse

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Wirtschaft dürfte nach Einschätzung der Regierung nach einem historischen Einbruch im zweiten Quartal im Sog der Coronavirus-Krise im laufenden Vierteljahr wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren.

“So viel können wir sagen: Der Tiefpunkt liegt hinter uns, der war im April”, sagte Ronald Indergand, Volkswirt bei Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. “Das dritte Quartal wird positiv verlaufen.” Das Vorkrisenniveau dürfte aber wohl erst Ende 2021 wieder erreicht werden.

Im Zeitraum April bis Juni brach die Schweizer Wirtschaftsleistung wegen der massiven Einschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie und des globalen Absturzes der Konjunktur in nie gesehenem Ausmaß ein: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sackte im Vergleich zum Vorquartal real um rekordhohe 8,2 Prozent ab. Volkswirte hatten sogar einen noch stärkeren Rückgang um 8,6 Prozent prognostiziert. Im Auftaktquartal hatte das Minus 2,5 Prozent betragen. Die Schweiz befindet sich damit in einer Rezession.

PHARMABRANCHE VERHINDERT STÄRKEREN RÜCKGANG

Dem Seco zufolge kam die Wirtschaft des Landes im internationalen Vergleich verhältnismäßig glimpflich davon. Vor allem Umsatzzuwächse in der wichtigen Pharmabranche verhinderten ein noch kräftigeres Schrumpfen des BIP. Herbe Rückschläge dagegen gab es für die Maschinen- und Metallindustrie sowie Präzisionsinstrumente und Uhren. Die Warenexporte fielen um 9,4 Prozent. Der Konsum ging um 8,6 Prozent zurück.

Beim wichtigsten Schweizer Handelspartner Deutschland war das BIP im zweiten Quartal um rekordhohe 10,1 Prozent geschrumpft. In der Euro-Zone betrug das Minus 12,1 Prozent und in den USA 9,5 Prozent.

Die Schweizer Regierung rechnet 2020 wegen der Virus-Krise mit der stärksten Rezession seit 45 Jahren. Seco-Volkswirt Indergand geht aber davon aus, dass die Folgen der Pandemie die Konjunktur nicht ganz so stark abwürgen wie noch im Juni veranschlagt. Seit Mai erhole sich die Wirtschaft kontinuierlich trotz einer erneuten Zunahme der Covid-19-Fällen in den letzten Wochen. “Es ist schlimm, aber nicht so schlimm, wie wir zuerst befürchtet hatten.”

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