March 20, 2020 / 2:27 PM / 17 days ago

Schweiz stockt Hilfspaket für die Wirtschaft kräftig auf

Bundles of Swiss franc banknotes are seen at a Swiss bank in Zurich, Switzerland April 9, 2019. REUTERS/Arnd Wiegmann

Zürich (Reuters) - Die Schweiz legt im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie nach.

Zusätzlich zu dem vor einer Woche angekündigten Hilfsprogramm von zehn Milliarden Franken stellt die Regierung am Freitag weitere 32 Milliarden Franken bereit. Ziel der Maßnahmen sei es, die Beschäftigung zu erhalten, Löhne zu sichern und Selbstständigen unter die Arme zu greifen. Tausende von Firmen sollen sofort zu Geld kommen und ihren Betrieb damit sicherstellen können, sagte Finanzminister Ueli Maurer. “Wir stützen die Wirtschaft. Wenn es mehr Mittel braucht, werden wir mehr zur Verfügung stellen.”

Zahlreiche Firmen verfügten wegen der angeordneten Betriebsschliessungen sowie Nachfrageeinbrüchen über immer weniger liquide Mittel. Mit einem Bündel von Maßnahmen wolle die Regierung verhindern, dass eigentlich gesunde Unternehmen in Schwierigkeiten gerieten. Kleine und mittelgroßen Firmen sollen deshalb von den Banken Überbrückungskredite im Gesamtvolumen von bis zu 20 Milliarden Franken erhalten, die vom Staat garantiert werden. Unter anderem seien etwa die Credit Suisse und Raiffeisen an dem Programm beteiligt. “Wir wollen Vertrauen schaffen und sagen: Geht auf die Bank, wir stehen bereit”, sagte Maurer. Zudem sollen unter anderem der Anspruch auf Kurzarbeit ausgeweitet und selbstständig Erwerbende entschädigt werden.

Die Experten der Regierung hatten am Vortag ihre Konjunkturprognose gekappt und für das laufende Jahr einen Rückgang der Schweizer Wirtschaftsleistung um 1,3 Prozent prognostiziert. Gleichentags hatte die Schweizerische Nationalbank erklärt, dass die Wirtschaftskrise nicht in erster Linie mit geldpolitischen, sondern mit fiskalischen Maßnahmen bekämpft werden müsse.

Obwohl es sich um eines der größten Konjunkturprogramme in der Geschichte der Schweiz handelt, wurden damit nicht alle Erwartungen erfüllt. Einzelne Ökonomen hatten im Vorfeld ein Hilfspaket von bis zu 100 Milliarden Franken gefordert. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Schweiz ein Bruttoinlandsprodukt von rund 700 Milliarden Franken. Spanien hat etwa ein Paket von rund 20 Prozent des spanischen Bruttoinlandsproduktes versprochen.

Gemessen an der Bevölkerungszahl gehört die Schweiz zu den von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas. Innerhalb eines Tages stieg die Zahl der positiv getesteten Personen um ein Viertel auf 4840. 43 Menschen sind bisher gestorben. Dennoch verzichtet das Land im Gegensatz zu Nachbarländern weiterhin auf die Verhängung einer Ausgangssperre. Stattdessen untersagte die Regierung am Freitag Ansammlungen von mehr als fünf Personen. “Wir veranstalten keine Spektakelpolitik”, sagte Innenminister Alain Berset. “Was zählt ist, dass die Bevölkerung die Maßnahmen nachhaltig einhält.”

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