March 25, 2020 / 1:46 PM / 12 days ago

Schweizer Regierung und Notenbank pumpen Geld in die Wirtschaft

The Swiss National Bank (SNB) is pictured during a federal council meeting on the outbreak of the coronavirus disease (COVID-19) in Bern, Switzerland, March 16, 2020. REUTERS/Denis Balibouse

Zürich (Reuters) - In der Schweiz pumpen Regierung und Notenbank zur Bewältigung der Coronavirus-Krise ab Donnerstag Milliarden in die Wirtschaft.

Der Bund übernimmt im Rahmen des in der Vorwoche beschlossenen Unterstützungspakets Garantien für Kredite im Umfang von 20 Milliarden Franken. Dadurch sollen kleine und mittelgroße Unternehmen rasch Geld erhalten. “Die Liquidität dürften in den kommenden Monaten der entscheidende Faktor sein, dass die Wirtschaft läuft”, sagte Finanzminister Ueli Maurer am Mittwoch.

Bereitgestellt werden sollen diese Überbrückungskredite von den Banken, insbesondere den Hausbanken der Firmen. Der Bund sichert sei ab - zur Gänze bis 500.000 Franken und zu 85 Prozent bei höheren Beträgen. Maximal kann ein Unternehmen 20 Millionen Franken beantragen. Ausleihungen bis zu 500.000 Franken sind zinsfrei, bei höheren Summen werden 0,5 Prozent Zins verrechnet. “Der Kleinkredit wird innerhalb von 30 Minuten bis zu einem Tag ausbezahlt”, sagte Martin Scholl, Chef der Zürcher Kantonalbank.

Ein Geschäft werde das Programm für die Banken angesichts des Arbeitsaufwands nicht, zeigte sich Finanzminister Maurer überzeugt. “Unter dem Strich werden die Banken hier eher Geld bringen als verdienen.”

ZENTRALBANK UND BANKENAUFSICHT SORGEN FÜR MEHR LIQUIDITÄT

Um den Geldhäusern die benötigte zusätzliche Liquidität zugänglich zu machen, greifen ihnen die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Finanzmarktaufsicht (Finma) unter die Arme. Die SNB stellt eine unbeschränkte Refinanzierungsfazilität zur Verfügung, und die Finma lockert die Kapitalvorgaben. Zudem wollen beide den auf die Abkühlung des Hypothekarmarktes abzielenden antizyklischen Kapitalpuffer aufheben.

“Für die Banken ergeben sich Refinanzierungskosten von ungefähr null”, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan. Die Notenbank hatte in der Vorwoche angekündigt, sich angesichts der Krise mit mehr Fremdwährungskäufen gegen eine wirtschaftsschädliche Aufwertung des Franken zu stemmen.

“Die harten Zeiten in der Realwirtschaft werden auch bei den Banken Spuren hinterlassen”, sagte Finma-Chef Mark Branson. Die Behörde warnte die Finanzinstitute vor übermäßigen Auszahlungen an die Eigentümer. Sie begrüße, dass sich alle Finanzinstitute in der Schweiz entschieden hätten, ihre Aktienrückkaufprogramme zu suspendieren. “Wer braucht das Geld mehr? Die Schweizer Kunden oder die Anleger, die hauptsächlich aus dem Ausland kommen?”, gab Branson zu bedenken.

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