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Unternehmensnachrichten

Vermögensverwaltung brockt Credit Suisse Gewinndelle ein

FILE PHOTO: The logo of Swiss bank Credit Suisse is seen at a branch office in Basel, Switzerland, March 2, 2020. REUTERS/Arnd Wiegmann/File Photo

Zürich (Reuters) - Rückschlag für die Credit Suisse: In den Sommermonaten 2020 fuhr die Schweizer Großbank den niedrigsten Quartalsgewinn seit fast zwei Jahren ein.

Ausgerechnet im Kerngeschäft Vermögensverwaltung verdiente das Institut deutlich weniger. Credit Suisse verwies auf Sonderfaktoren und sieht sich weiterhin auf Zielkurs zum mittelfristigen Renditeziel. Doch selbst das Versprechen von milliardenschweren Ausschüttungen konnte die Anleger nicht versöhnen; die Aktien brachen an der Börse über sechs Prozent ein.

Der Gewinn der zweitgrößten Schweizer Bank fiel im dritten Quartal um 38 Prozent auf 546 Millionen Franken und lag damit leicht unter den Analystenschätzungen. Sanierungskosten, Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und die ungünstigen Wechselkurse setzten Credit Suisse zu. Vor einem Jahr hatte der Verkauf einer Fondsplattform dem Institut zudem einen Sondererlös in die Kasse gespült.

In der Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden, im Heimatmarkt Schweiz und im Asiengeschäft sackten die Vorsteuer-Ergebnisse ab. Im Geschäft mit Fonds und Profi-Anlegern wie Pensionskassen (Asset Management) brach der Vorsteuergewinn um über vier Fünftel ein. Hier fuhr die Bank mit Immobilienfonds Anlageverluste ein. Das Geschäft mit Alternativen Anlagen soll nun restrukturiert und neu ausgerichtet werden. Die geschätzten Kosten für den Konzernumbau erhöhte Credit Suisse leicht auf bis zu 450 Millionen Franken. “Wir sind zuversichtlich, dass uns die im Sommer bekannt gegebenen Optimierungen nach Abschluss der Restrukturierungsmaßnahmen zusätzlichen Auftrieb verleihen werden”, erklärte Konzernchef Thomas Gottstein. Der seit Februar amtierende Chef legte unter anderem das Handels- mit dem Kapitalmarkt-Beratungsgeschäft zusammen und ist dabei, im Heimatmarkt ein Viertel der Filialen zu schließen.

ERTRÄGE ENTTÄUSCHEN ANLEGER

Im Investmentbanking verdiente die Bank im Quartal deutlich mehr, unter anderem weil Credit Suisse viele Firmen bei Börsengängen beriet. Zuvor hatten bereits eine ganze Reihe von amerikanischen und europäischen Investmentbanken mit ihren Quartalsabschlüssen positiv überrascht. So profitierten die Deutsche Bank und die UBS davon, dass Kunden wegen der Corona-Krise mehr Finanzierungs- und Beratungsbedarf hatten und ihre Anlagen häufiger umschichteten.

Credit Suisse sei mit dem Geschäftsverlauf im vierten Quartals bisher zufrieden, sagte Gottstein. Die Auswirkungen der Coronavirus-Krise seien zwar ein großer Unsicherheitsfaktor. Das Kreditwachstum dürfte der Bank im weiteren Verlauf aber helfen, die negativen Auswirkungen der niedrigeren Zinsen zu kompensieren. Zudem rechne Credit Suisse damit, dass die Kunden weiterhin fleißig handelten und ihre Positionen absicherten und der Bank damit Gebühreneinnahmen bescherten. Credit Suisse halte daran fest, mittelfristig eine Eigenkapitalrendite von zehn bis zwölf Prozent schaffen zu können. Im dritten Quartal kam das Institut lediglich auf 5,4 Prozent. Doch im Vermögensverwaltungsgeschäft rechnet Credit Suisse in Zukunft wieder mit besseren Ergebnissen, zudem dürften die Rückstellungen für faule Kredite tiefer ausfallen.

Die Investoren reagierten skeptisch auf die Quartalszahlen. Während die Erträge anderer Großbanken die Erwartungen des Marktes übertrafen, enttäuschte Credit Suisse, wie Citibank-Analyst Andrew Coombs kommentierte. Auch die Ankündigung, die vom Schweizer Finanzmarktregulator Finma gestoppten Ausschüttungen an die Aktionäre wieder aufzunehmen, verpuffte. Im kommenden Jahr will Credit Suisse eigene Aktien für 1,0 bis 1,5 Milliarden Franken zurückkaufen. Dazu soll eine Dividende von rund 765 Millionen Franken kommen. Bis zum Jahresende will die Bank einen Nachfolger für Verwaltungsratspräsident Urs Rohner präsentieren.

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