July 6, 2011 / 3:35 PM / in 8 years

Schweizer Regierung sieht kein Mittel gegen Frankenstärke

Zürich (Reuters) - Der starke Franken bereitet der Schweizer Regierung wegen der negativen Folgen für die Wirtschaft Kopfzerbrechen.

Maßnahmen, um die heimische Währung zu schwächen, kommen für die Schweiz aber nicht infrage, wie der Bundesrat nach der wöchentlichen Kabinettssitzung am Mittwoch erklärte. Geplant sind höchstens indirekte Hilfen. Die Exportwirtschaft und die Tourismusindustrie sollen vom Staat mehr Geld für Werbung und die Erschliessung neuer Märkte im Ausland erhalten.

Der Schweizer Franken hat sich in Gefolge der Griechenlandkrise seit Anfang 2010 um rund 20 Prozent aufgewertet. Ein Euro ist derzeit noch etwa 1,20 Franken wert und der Dollar steht bei knapp 85 Rappen. Das macht Schweizer Waren im Ausland teurer und Touristen müssen für Urlaub in der Schweiz mehr bezahlen. Viele kleinere Schweizer Firmen machen im Export kaum noch Gewinne und überlegen, ob sie Arbeitsplätze ins Ausland verlagern müssen. In einem Werk des Chemiekonzerns Lonza werden 2700 Arbeitnehmer mit dem Einverständnis der Gewerkschaft für 18 Monate bei gleichem Lohn 42,2 anstatt 41 Stunden arbeiten, damit der Konzern die Folgen der Frankenstärke abfedern kann.

Die Regierung räumte ein, dass der Frankenkurs derzeit ungewöhnlich hoch und die Währung überbewertet ist. Vorschlägen, den Geldfstrom in die Schweiz durch Kapitalverkehrskontrollen oder Negativzinsen auf ausländische Guthaben einzuschränken, kann der Bundesrat aber nichts abgewinnen. Auch ein gespaltener Wechselkurs mit günstigeren Konditionen für Exporteure richte langfristige mehr Schaden an als er kurzfristig nutze. Das wirksamste Mittel zur Bekämpfung von Wechselkursschwankungen liege bei der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB), erklärte der Bundesrat weiter. Allerdings war die SNB öffentlich stark unter Beschuss geraten als sie im letzten Jahr mit Devisenmarkt-Interventionen die Franken-Aufwertung gegenüber dem Euro zu verhindern versuchte. Das hatte bis zu Rücktrittsforderungen an SNB-Präsident Philipp Hildebrand gereicht.

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