April 11, 2016 / 7:47 AM / 3 years ago

Chinas HNA greift nach Schweizer Cateringfirma Gategroup

The logo of Swiss Gategroup Holding AG catering company is seen in front of an office building in Kloten, Switzerland April 7, 2016. REUTERS/Arnd Wiegmann - RTSE0QV

Zürich (Reuters) - Auf ihrer Einkaufstour im Ausland hat die chinesische HNA eine weitere Schweizer Traditionsfirma ins Visier genommen.

Der Mischkonzern aus der Provinz Hainan will für die Bordverpflegungsfirma Gategroup rund 1,4 Milliarden Franken (1,3 Milliarden Euro) auf den Tisch legen, wie die beiden Konzerne am Montag mitteilten. Die Chinesen sind in der Alpenrepublik kein Unbekannten: Vergangenes Jahr erwarben sie für 2,7 Milliarden Franken den Flughafen-Dienstleister Swissport. Beide Firmen gingen aus der 2001 zusammengebrochenen Schweizer Fluggesellschaft Swissair hervor.

Doch bei dem Rivalen der Lufthansa-Tochter LSG Sky Chefs ist HNA noch nicht am Ziel. Gategroup-Großaktionär RBR Capital Advisors sind die gebotenen 53 Franken je Aktie zu wenig. “Wir haben schon vor einem Jahr gesagt, dass der Fair Value der Gategroup-Aktie bei 100 Franken liegt”, sagte RBR-Gründer Rudolf Bohli am Montag. RBR und ihr Partner Cologny Advisors sind mit zusammen 11,3 Prozent der Anteile der größte Eigentümer.

Auch Analysten spekulierten auf eine höhere Offerte. Jon Cox vom Broker KeplerCheuvreux hält den Deal zwar für sinnvoll. Die Aktionäre dürften aber mehr Geld erwarten, sagte er. Auch ein Börsenhändler in Zürich sagte: “53 Franken sind bestimmt etwas zu tief.” 100 Franken seien aber wohl zu hoch gegriffen. “Gategroup ist keine Firma wie Syngenta, die die Chinesen unbedingt haben wollen, weil sie das Knowhow brauchen”, erklärte der Börsianer. Die Gategroup-Aktien schossen 16 Prozent auf 51 Franken hoch.

Der Gategroup-Verwaltungsrat empfahl den Aktionären, die Offerte anzunehmen. Nach Abschluss der Transaktion soll die Firma von der Börse genommen werden. HNA will Gategroup, die mit rund 28.000 Mitarbeitern einen Umsatz von drei Milliarden Franken erwirtschaftet, als eigenständige Tochtergesellschaft weiterführen. Der Firmensitz soll in der Schweiz bleiben.

Schweizer Firmen stehen bei den kaufwilligen Konzernen aus der Volksrepublik ganz oben auf der Wunschliste. Im März gab ChemChina den Startschuss für den bislang größten Zukauf eines chinesischen Unternehmens im Ausland: Die Übernahme des Pflanzenschutz- und Saatgut-Hersteller Syngenta aus Basel für 43 Milliarden Dollar. Zudem stieg der Chemieriese jüngst beim Genfer Energiehändler Mercuria ein. In chinesische Händen sind seit einem Jahr auch die für ihre Trinkflaschen bekannten Firma SIGG und der weltgrößte Sportrechtehändler Infront Sports & Media.

Firmen-Käufer aus China stoßen jedoch bei ihrer Einkaufstour im Ausland zunehmend auf Argwohn. In den USA müssen sie sich nach dem Scheitern mehrerer Übernahmevorhaben immer öfter skeptische Fragen zu ihrer Finanzlage gefallen lassen. Geschürt wurde die Skepsis nicht zuletzt durch den überraschenden Rückzug der 14 Milliarden Dollar schweren Offerte des chinesischen Versicherers Anbang für die Hotelkette Starwood..

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