June 19, 2020 / 5:26 AM / 24 days ago

Meyer Burger will Solarzellen-Produktion in Deutschland starten

Arrays of photovoltaic solar panels are seen at the Tenaska Imperial Solar Energy Center South as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues in this aerial photo taken over El Centro, California, U.S., May 29, 2020. Picture taken with a drone. REUTERS/Bing Guan

Zürich (Reuters) - Mit einer Neuausrichtung peilt der Schweizer Solarausrüster Meyer Burger Technology eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen an. Statt wie bisher nur Maschinen zur Produktion von Solarzellen und Solarmodulen zu verkaufen, will das Unternehmen diese nun selbst herstellen.

Meyer Burger setze dabei auf eine neue und effizientere Technologie. “Die hohe Leistungsfähigkeit der Module bei vergleichsweise geringen Produktionskosten ermöglicht sowohl den Eintritt in das margenstarke und überproportional schnell wachsende Segment der Dachanlagen als auch in das preissensitivere Segment der Solarkraftwerke”, erklärte Verwaltungsratspräsident Franz Richter gemäß einer Mitteilung vom Freitag.

Das Unternehmen kann mit Rückenwind aus der Politik rechnen. Länder wie Deutschland oder die Schweiz wollen den Anteil erneuerbarer Energie an der gesamten Stromproduktion in den kommenden Jahren kräftig steigern. Meyer Burger peile eine hochvolumige Zell- und Modulproduktion in Deutschland an. “Die Solarzellenproduktion nach Deutschland zurückzuholen, stößt in der deutschen Politik auf großes Interesse”, sagte ein Sprecher der Firma. Wegen des immer stärkeren Preisdrucks waren weite Teile der Produktion von Solarzellen in Europa in den vergangenen Jahren nach China und andere asiatische Länder abgewandert.

Meyer Burger beabsichtige, die Produktion im ersten Halbjahr 2021 zu starten und sie in den folgenden Jahren schrittweise auszuweiten. Gegenwärtig lägen Kaufabsichtserklärungen von potenziellen Kunden aus Europa und den USA vor. In einem ersten Schritt peile die Firma eine jährliche Produktionskapazität von 400 Megawatt an. Damit dürfte Meyer Burger die Gewinnschwelle erreichen. Zur Finanzierung der Produktionskapazität und des Vertriebs will die Gesellschaft brutto 165 Millionen Franken aufnehmen. Über die Kapitalerhöhung sollen die Aktionäre auf einer Generalversammlung am 10. Juli abstimmen. Für die weitere Expansion brauche die Firma dann zusätzlich 180 Millionen Franken Fremdkapital.

An der Börse ist das Unternehmen gegenwärtig gut 120 Millionen Franken wert. Die anhaltenden Verluste hatten in den vergangenen Jahren zu einer sinkenden Bewertung geführt, am Freitag legte die Aktien dann leicht zu. Mit dem Umbau geht Meyer Burger auch auf Vorschläge des größten Aktionärs, Sentis Capital, ein. Die Gesellschaft des russischen Investors Petr Kondrashev hatte den Kurs des Unternehmens in der Vergangenheit wiederholt kritisiert.

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