July 2, 2018 / 8:01 AM / a month ago

Nestle kontert Kritik von aktivistischem Aktionär Third Point

Zürich/Boston (Reuters) - Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestle ist der Kritik seines Großaktionärs Third Point an seiner Geschäftspolitik entgegengetreten.

The Nestle Research Center is pictured in Orbe, Switzerland May 31, 2018. Picture taken May 31, 2018. REUTERS/Denis Balibouse

“Der Verwaltungsrat und das Management von Nestle verwirklichen eine beschleunigte langfristige Wertschöpfungsstrategie für eines der weltweit führenden Konsumgüterunternehmen”, erklärte der Weltmarktführer aus Vevey am Genfersee am Montag und verwies auf Fortschritte, die in etwas mehr als einem Jahr erreicht wurden. “Durch schnelle und entschlossene Maßnahmen haben der Verwaltungsrat und das Management des Unternehmens Ergebnisse vorgelegt”, wie es hieß.

Der Hedgefonds Third Point, Investmentvehikel des Milliardärs Daniel Loeb, hatte zuvor in einem Brief an den Nestle-Verwaltungsrat gefordert, das Management solle "schärfer", "kühner" und "rascher" bei der Abspaltung von Geschäften und der Entwirrung der komplexen Führungsstruktur vorgehen. "Das ist ein Aufruf zur Dringlichkeit - statt nach einem Herantasten", schrieb Loeb. In einer Präsentation, veröffentlicht auf der Internetseite www.nestlenow.com, sind Vorschläge und Kritik zusammengetragen.

Unter anderem fordert Loeb die Abspaltung von Geschäften, die nicht zur Strategie passen, darunter die Bereiche Eiscreme, Tiefkühlnahrung und Süßigkeiten. Nestle solle zudem in drei Sparten gegliedert werden - Getränke, Ernährung und Lebensmittelgeschäft -, die einen eigenen Chef haben. Zudem soll von außen ein Experte für das Lebensmittel- und Getränkegeschäft in den Verwaltungsrat geholt werden.

Nestle konterte und führte unter anderem an, dass ein neuer CEO ernannt und jüngst drei neue, unabhängige Verwaltungsräte gewählt wurden. Die Neuausrichtung des Geschäftsportfolios mit Fokus auf wachstums- und margenstarke Bereiche sei beschleunigt worden. Und das Unternehmen sei auf bestem Weg, die Zielvorgaben 2020 im Hinblick auf Margenverbesserung, Betriebsgewinn und Einsparungen zu erreichen. Zudem seien beträchtliche Mittel an die Aktionäre zurückgegeben worden, alleine 2017 mehr als zehn Milliarden Franken durch Dividenden und Aktienrückkäufe. “Der Verwaltungsrat und das Management von Nestle nehmen die Perspektiven aller Aktionäre ernst und begrüßen ihren kontinuierlichen Beitrag”, erklärte das Enternehmen am Schluss seiner Stellungnahme.

Der 18 Milliarden Dollar schwere Hedgefonds Third Point war vergangenes Jahr mit 3,5 Milliarden Dollar bei Nestle eingestiegen und macht seither Druck auf das Management unter dem neuen Firmenchef Mark Schneider. An der Börse ist Nestle umgerechnet 236 Milliarden Dollar wert. Größter Eigentümer ist Thomson-Reuters-Daten zufolge der Vermögensverwalter BlackRock mit einem Paket von 3,9 Prozent.

Investor Loeb hat jüngst den US-Konzern United Technologies zur Aufspaltung in drei Unternehmen gedrängt. Auch beim Internetkonzern Yahoo und dem inzwischen im Agrochemieriesen DowDuPont aufgegangenen Chemiekonzern Dow Chemical mischte er sich aktiv ein.

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