Reuters logo
Novartis greift nach französischem Krebsspezialisten
30. Oktober 2017 / 10:43 / in 25 Tagen

Novartis greift nach französischem Krebsspezialisten

Zürich (Reuters) - Der Schweizer Pharmakonzern Novartis verstärkt mit einem Milliardenzukauf sein Geschäft mit Krebstherapien.

Swiss drugmaker Novartis' logo is seen at the company's plant in the northern Swiss town of Stein, Switzerland October 23, 2017. REUTERS/Arnd Wiegmann

Mit der Übernahme des französischen Unternehmens Advanced Accelerator Applications (AAA) steigt der weltgrößte Hersteller von verschreibungspflichtigen Medikamenten zugleich in den Bereich der Radiopharmazeutika und -diagnostika ein. Die Baseler wollen für das Unternehmen 3,9 Milliarden Dollar auf den Tisch legen.

Das AAA-Medikament Lutathera wurde im September in Europa zur Behandlung neuroendokriner Tumore der Bauchspeicheldrüse und im Margen-Darm-Bereich zugelassen. In den USA wird die Entscheidung über die Marktfreigabe Ende Januar erwartet. Die Arznei ist ein sogenanntes Radioligand, eine mit einem Radioisotop versetzte Substanz die sich an ein Zielprotein binden kann. Radioligand werden können sowohl therapeutisch als auch diagnostisch eingesetzt werden.

Novartis bietet den AAA-Aktionären 41 Dollar je AAA-Aktie oder 82 Dollar je American Depositary Share. Das entspricht einem Aufpreis von 47 Prozent zum Kurs von Ende September, als erstmals Medien über ein mögliches Kaufinteresse der Schweizer berichtet hatten. AAA, eine aus dem europäischen Kernforschungszentrum CERN hervorgegangene und seit 2015 an der US-Börse Nasdaq gelistete Firma, erzielte 2016 einen Jahresumsatz von 109 Millionen Euro. Novartis will den Zukauf mit Schulden finanzieren.

NOVARTIS-KURS REAGIERT KAUM

An der Börse schlug die geplante Übernahme keine großen Wellen. Die Novartis-Aktien notierten mit 81,05 Franken auf dem Niveau vom vergangenen Freitag. Baader-Helvea-Analyst Bruno Bulic traut dem AAA-Mittel Lutathera einen Jahresumsatz von zwei Milliarden Dollar zu. Den Experten der Bank Vontobel erscheint der Kaufpreis hoch.

Als gutes Geschäft könnte sich die AAA-Übernahme für die Beteiligungsgesellschaft Schweizer HBM Healthcare erweisen. HBM besitzt nach eigenen Angaben 2,4 Millionen Aktien. Die HBM-Aktien zogen um 2,3 Prozent an.

Unsere Werte:Die Thomson Reuters Trust Principles
0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below