July 20, 2018 / 1:07 PM / in 4 months

Weitere Pharmakonzerne verzichten auf US-Preiserhöhungen

The logo of Swiss pharmaceutical company Roche is seen at a plant in the central Swiss village of Rotkreuz November 6, 2013. REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND - Tags: DRUGS SOCIETY HEALTH BUSINESS LOGO)

Zürich/Frankfurt (Reuters) - Nach der scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump verzichten weitere Pharmakonzerne auf Preiserhöhungen auf dem weltweit größten Arzneimittel-Markt.

Die Schweizer Roche-Konzern habe dem US-Gesundheitsministerium vergangene Woche mitgeteilt, im weiteren Jahresverlauf keine Preiserhöhungen vorzunehmen, teilte der größte Hersteller von Krebsmitteln am Freitag mit. Roche berücksichtige bei der Festsetzung der Preise jeweils die Verfügbarkeit der Medikamente für Patienten und Investitionen in Neuentwicklungen.

Auch die deutsche Merck will im laufenden Jahr nicht mehr Geld für ihre Medikamente verlangen. Das gilt auch für Bayer: Der Leverkusener Konzern wolle die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente in diesem Jahr nicht erhöhen und habe das dem US-Gesundheitsministerium mitgeteilt, erklärte eine Sprecherin. Bei Deutschlands zweitgrößtem Pharmakonzern Boehringer Ingelheim war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

In den vergangenen Tagen hatten sich bereits Novartis aus der Schweiz sowie die US-Hersteller Merck & Co und Pfizer ähnlich geäußert und sich damit Trumps Beifall gesichert. “Ein Dankeschön an Novartis, dass sie die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente nicht erhöhen”, hatte der Präsident getwittert und sich auch bei Pfizer bedankt. “Wir setzen viel daran, die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente zu senken, vielleicht auch substanziell.”

Analyst Michael Nawrath von der Zürcher Kantonalbank sprach von “reinen Lippenbekenntnissen” der Industrie, die ohnehin nur für 2018 gültig seien. “Warum nicht mal für längere Zeit, weil man ohnehin zu den profitabelsten Industrien gehört”, fragte er. Die USA sind der mit Abstand wichtigste Markt für die Pharmaindustrie - sie erzielt dort 40 Prozent ihrer Umsätze. Die Firmen verdienen dort überdurchschnittlich gut, weil ihnen bei den Medikamentenpreisen bislang kaum Grenzen gesetzt waren. Doch das finden inzwischen offenbar selbst die Pharmakonzerne problematisch. Es seien Lösungen notwendig, die langfristig und systemweit die Preise drückten, ohne aber wissenschaftliche Innovationen zu gefährden, erklärte Roche. Der Basler Konzern habe bei den sieben neuesten Medikamenten die Preise tiefer angesetzt als bei den bereits vermarkteten Konkurrenzprodukten.

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