December 23, 2019 / 6:35 AM / 7 months ago

Roche treibt Ausbau der Gentherapie mit Lizenzabkommen voran

The logo of Swiss drugmaker Roche is seen at its headquarters in Basel, Switzerland February 1, 2018. REUTERS/Arnd Wiegmann

Zürich (Reuters) - Der Schweizer Roche-Konzern baut nach dem jüngst geglückten Einstieg ins Rennen um Gentherapien den Ausbau des zukunftsträchtigen Bereichs mit einer Milliardeninvestition voran.

Der Arzneimittelhersteller aus Basel sicherte sich den experimentellen Wirkstoff SRP-9001 der US-Firma Sarepta Therapeutics zur Behandlung der seltenen Muskelerkrankung Duchenne-Muskeldystrophie (DMD). Sarepta erhält für die exklusiven Vertriebsrechte außerhalb der USA insgesamt 1,15 Milliarden Dollar als Barzahlung und Aktienbeteiligung, teilte Roche am Montag mit. Zudem hat das in Cambridge, Massachusetts ansässige Unternehmen Anspruch auf bis zu 1,7 Milliarden Dollar erfolgsabhängige Zahlungen plus Lizenzgebühren auf Umsätze mit SRP-9001. Die Kosten für die weitere Entwicklung des Medikaments tragen Roche und Sarepta zu gleichen Teilen.

Die Transaktion soll im ersten Quartal 2020 vollzogen werden. Roche hatte vergangene Woche nach einer mehrmonatigen Geduldsprobe die Übernahme der US-Gentechnikfirma Spark Therapeutics in trockene Tücher gebracht. Mit dem 4,3 Milliarden Dollar schweren Zukauf verbreitert der weltgrößte Hersteller von Krebsmedikamenten nicht nur sein Behandlungsangebot um Therapien gegen die Bluterkrankheit, Augenleiden und neurodegenerative Erkrankungen, sondern erwirbt auch eine marktreife Gentherapie-Plattform.

Die Gen- und Zelltherapie gilt als große Zukunftshoffnung im Kampf gegen eine Reihe von Krankheiten, und weltweit investieren Pharmariesen Milliardenbeträge in den Ansatz, bei dem menschliche Zellen gezielt verändert werden. “Wir begrüßen Roches Engagement, in die zukunftsweisende Gentherapie einzusteigen, auch wenn es im vorliegenden Fall nur eine Kostenaufteilung der Entwicklung und der Vertrieb außerhalb der USA sind”, erklärte Michael Nawrath, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank.

An der Börse schlug der Sarepta-Deal keine großen Wellen. Die Partizipationsscheine des an der Börse 275 Milliarden Dollar schweren Roche-Konzerns stiegen im Einklang mit den europäischen Gesundheitswerten um 0,6 Prozent.

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