September 9, 2019 / 6:42 AM / 13 days ago

Roche setzt bei Wachstum auf eigene Medikamenten-Pipeline

CEO Severin Schwan of Swiss drugmaker Roche addresses the company's annual news conference in Basel, Switzerland February 1, 2018. REUTERS/Arnd Wiegmann

- von Paul Arnold und John Miller

Basel (Reuters) - Der Schweizer Pharmakonzern Roche will durch die eigene Entwicklung neuer Medikamente wachsen und nicht durch Zukäufe.

“Ich bin zuversichtlich, dass wir eine starke Pipeline haben, die das Wachstum langfristig unterstützen wird”, sagte Konzernchef Severin Schwan der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Freitag veröffentlichten Interview. “Ich glaube nicht, dass es auf lange Sicht eine kluge Strategie ist, eine Wachstumslücke durch M&A zu schließen. Wenn Sie anfangen, Lücken zu schließen, laufen Sie Gefahr, dass Sie zu viel bezahlen oder etwas an Bord nehmen, das strategisch nicht passt.”

Schwan, der seit elf Jahren an der Spitze des weltgrößten Herstellers von Krebsmedikamenten steht, bekräftigte, dass für Roche ergänzende Zukäufe etwa zum Erwerb neuer Technologien im Mittelpunkt stehen. Der Konzern prüfe laufend Möglichkeiten, verfolge aber einen opportunistischen Ansatz.

Schwan zeigte sich zuversichtlich, die Akquisition der US-Gentherapiefirma Spark Therapeutics für 4,3 Milliarden Dollar bis zum Jahresende über die Bühne zu bringen. Er räumte ein, dass die tiefgreifende Prüfung durch die US-Kartellbehörde FTC überraschen kam. “Basierend auf unserer Einschätzung dachten wir, dass wir das relativ schnell und ohne eine detailliertere Überprüfung abschließen sollten”, sagte Schwan, ohne sich zu den konkreten Bedenken der FTC zu äußern.

Roche hat die Frist für die Übernahme von Spark, die ursprünglich bei Ende Juni abgeschlossen sein sollte, wiederholt verlängert. An den Bedingungen des Spark-Angebots halten die Schweizer fest. Es bleibe abzuwarten, wie die Regulierungsbehörden solche Transaktionen künftig handhaben werden und ob es häufiger zu einer detaillierten Überprüfung komme, erklärte Schwan. Mit dem Zukauf würde Roche nicht nur sein Behandlungsangebot um Therapien gegen die Bluterkrankheit, Augen- und neurodegenerative Erkrankungen verbreitern, sondern auch ins Rennen um die Entwicklung von Gentherapien einsteigen.

WECHSEL BEI MEDIKAMENTEN MACHT PROGNOSE SCHWIERIGER

Angesprochen auf die zwei mal angehobene Jahresprognose verwies Schwan auf den Umbruch in der Medikamentenpalette. “Wir haben eine beispiellose Veränderung in unserem Portfolio”, sagte der Manager. Es sei schwieriger, die Umsatzentwicklung von neu auf den Markt gebrachten Arzneien vorherzusagen, als die von etablierten. Dank neuer Medikamente wie etwa Ocrevus gegen Multiple Sklerose oder Hemlibra gegen die Bluterkrankheit kann der Konzern die Umsatzerosion durch billigere Nachahmermittel für seine drei Top-Umsatzbringer, die Krebsarzneien Herceptin, MabThera und Avastin, auffangen.

Roche peilt im laufenden Jahr, Wechselkurseffekte ausgeschlossen, ein Umsatzplus im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich an. Der um Sonderfaktoren bereinigten Gewinn je Genussschein und Aktie soll weitgehend wie der Umsatz zulegen. Roche stellt seinen Aktionären zudem weiter steigende Dividenden in Aussicht. 2018 wuchsen die Verkaufserlöse währungsbereinigt um sieben Prozent auf 56,8 Milliarden Franken (52,3 Milliarden Euro). Unter dem Strich kletterte der Gewinn um 24 Prozent auf 10,9 Milliarden Franken. Die Aktionäre erhielten 8,70 Franken Dividende je Titel - 40 Rappen mehr als im Jahr davor.

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