October 23, 2019 / 10:08 AM / a month ago

Stahlproduzent Schmolz+Bickenbach will wegen Autokrise Kapital aufpolstern

A hot steel bar is processed at the factory of Swiss Steel AG which is partly owned by the 'Schmolz + Bickenbach' group in Emmenbruecke, outside Lucerne October 15, 2008. REUTERS/Michael Buholzer (SWITZERLAND)

Zürich (Reuters) - Die Krise in der Automobilbranche macht dem Schweizer Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach zu schaffen.

Das Unternehmen gab am Mittwoch eine Gewinnwarnung ab und will sich mit einer Kapitalerhöhung für die Zukunft wappnen. Im Rahmen der Transaktion will Großaktionär Martin Haefner den russischen Milliardär Viktor Vekselberg als größten Anteilseigner des Unternehmens aus Luzern ablösen.

Der Nachkomme einer Schweizer Autohändler-Familie will bis zu 325 Millionen Franken (295 Millionen Euro) in das Unternehmen einschießen. Zur Bedingung macht Haefner unter anderem, dass seine BigPoint Holding ihre Beteiligung im Rahmen der Transaktion auf mindestens 37,5 Prozent aufstocken kann von derzeit 17,5 Prozent. Vekselberg hält aktuell 26,9 Prozent. Ein Sprecher des Russen war vorerst nicht erreichbar.

Insgesamt soll die Kapitalerhöhung, die von den Aktionären auf einer außerordentlichen Generalversammlung am 2. Dezember abgesegnet werden soll, Schmolz+Bickenbach bis zu 350 Millionen Franken einbringen.

MAUE AUTOKONJUNKTUR SCHLÄGT DURCH

Für 2019 stellte Schmolz+Bickenbach einen um Sonderfaktoren bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) von weniger als 70 Millionen Euro in Aussicht. Erst im September hatte die Firma die Zielspanne auf 70 bis 100 Millionen Euro gesenkt. “Die über die gewohnte Zyklizität hinausgehende Schwäche in den wichtigsten Endmärkten wie der Automobilindustrie hat zu einer Krise in der Stahlindustrie geführt, welcher sich Schmolz+Bickenbach nicht entziehen konnte”, erklärte das Unternehmen. “Die rapide Entwicklung sowie die Tiefe und Dauer dieser Nachfrageschwäche erfordern Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals.”

In Deutschland produziert Schmolz+Bickenbach an den vier Standorten Witten, Siegen, Krefeld und Hagen.

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