March 17, 2020 / 5:05 PM / 20 days ago

Spanischer Premier weckt Zweifel an SIX-Angebot für Börse BME

Spanish Prime Minister Pedro Sanchez speaks during a news conference after taking part in a conference call with European leaders at the Moncloa Palace in Madrid, Spain, March 10, 2020. REUTERS/Sergio Perez

Zürich/Madrid (Reuters) - Äußerungen des spanischen Premierministers Pedro Sanchez haben am Dienstag in der Schweiz für Verwirrung gesorgt.

“Wir werden ausländische Unternehmen daran hindern, die Kontrolle über strategische spanische Unternehmen zu übernehmen, die den Aktienkurs-Einbruch ausnutzen”, sagte Sanchez. Marktteilnehmer warfen darauf die Frage auf, ob die geplante 2,8 Milliarden Euro schwere Übernahmeofferte des Schweizer SIX-Konzerns für die Madrider Börse damit gefährdet sein könnte. Darauf deutete die Kursentwicklung hin. Während der spanische Aktienmarkt-Index kräftig zulegte, sackte die BME-Aktie fast neun Prozent ab.

Ein Beobachter vermutete, Sanchez wolle mit der Ankündigung wohl vor allem diejenigen abschrecken, die nach dem Coronavirus-bedingten Absturz vieler spanischen Aktien ein Schnäppchen machen wollten. Dies dürfte für die SIX aber nicht zutreffen, denn das Zürcher Unternehmen hat nach Einschätzung von Investmentbankern für BME einen stolzen Preis offeriert. Vielmehr dürfte er sich auf Interessenten für Fluggesellschaften, Reiseanbieter oder Event- und Messe-Veranstalter bezogen haben, die wegen der Ansteckungsgefahr und der jüngsten Grenzschließungen mit dem Rücken zur Wand stehen. Der Premierminister äußerte sich im Rahmen der Ankündigung eines Hilfspakets im Volumen von 200 Milliarden Euro, mit dem er die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krankheit abfedern will.

BME konnte für eine Stellungnahme vorerst nicht erreicht werden. Ein SIX-Sprecher wollte sich nicht äußern. Noch am Morgen hatte die Schweizer Börse erklärt, dass sich an den im November vorgelegten Eckwerten der Transaktion nichts geändert habe. “Wir bleiben bei unserem Angebot”, sagte SIX-Chef Jos Dijsselhof auf einer Telefonkonferenz zum Jahresabschluss. Die Bank-Finanzierung für den Deal bestehe weiter. Er sei bisher davon ausgegangen, dass die spanische Regierung bis Mitte Mai einen Entscheid zur Transaktion fällen könnte. Angesichts der Coronavirus-Krise sei nun allerdings eine Verzögerung möglich.

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