December 19, 2019 / 12:58 PM / 7 months ago

Kartellbehörde blockiert Uhrwerk-Lieferungen von Swatch an Rivalen

A Swatch logo is pictured in front of the newly built headquarters, designed by Japanese architect Shigeru Ban, of the brand owned by Swatch Group, in Biel, Switzerland October 3, 2019. Picture taken October 3, 2019. REUTERS/Denis Balibouse

Zürich (Reuters) - Der Streit zwischen Swatch und der Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) über den Verkauf von Uhrenkomponenten an andere Hersteller eskaliert.

Die Behörde untersagte dem Weltmarktführer am Donnerstag vorerst weitgehend die Lieferung von mechanischen Uhrwerken an andere Produzenten ab dem kommenden Jahr. Ausgenommen sind lediglich kleine oder mittelgroße Uhrenhersteller, die von der Swatch-Tochter ETA weiterhin beliefert werden dürfen.

Der Uhrenkonzern und die Wettbewerbshüter streiten sei Jahren darüber, in welchem Ausmaß Swatch mechanische Uhrwerke und Uhrenkomponenten an andere Anbieter abgeben muss. Denn viele Hersteller kommen ohne ETA-Teile nicht aus. Das gilt vor allem für kleine Uhrenmacher, die sich keine eigene Fertigung leisten können. Aber auch Großkonzerne wie der Schweizer Luxusgüter-Hersteller Richemont oder der französische Weltmarktführer LVMH gehören zu den Kunden der ETA, die den Markt für Uhrenkomponenten seit den 1980er-Jahren dominiert. 2013 einigten sich Swatch und Weko auf eine stufenweise Reduktion der Lieferverpflichtung bis Ende dieses Jahres. Eine endgültige Entscheidung in der Sache stellte die Behörde für Sommer in Aussicht.

Die Kartellwächter befürchten, dass die ETA versuchen könnte, Kunden von anderen Uhrwerkanbietern wie Sellita, Soprod, STP oder Ronda zurückzugewinnen. Experten haben jedoch die Sorge, die Maßnahme der Weko könnte die Probleme der Schweizer Uhrenbranche, die mit zunehmender Konkurrenz durch Smartwatches und einer schrumpfenden Nachfrage in wichtigen Märkten wie Hongkong kämpft, verschärfen. “Unternehmen, die dachten, sie würden kommendes Jahr von Swatch Uhrwerke erhalten, müssen sich nun auf die Suche nach Ersatz machen”, erklärte Jon Cox, Analyst bei Kepler Cheuvreux.

Ob wirklich ein Lieferengpass droht scheint indes fraglich: “Ich bin mir nicht sicher. Es gibt auch einen Graumarkt und Marken haben Lagerbestände aufgebaut”, sagte Weko-Direktor Patrik Ducrey der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Swatch-Sprecher erklärte, die ETA verkaufe die meisten Werke an Großkunden und der Konzern gehe davon aus, dass aufgrund der Weko-Maßnahme im kommenden Jahr keine Werke ausgeliefert werden können.

An der Schweizer Börse zählte die Swatch-Aktie mit einem Abschlag von 1,9 Prozent zu den größten Verlierern unter den Schweizer Standardwerten. Allerdings machten Analysten dafür auch die schwachen Uhrenexporte verantwortlich. Die Ausfuhren von Schweizer Zeitmessern sanken im November gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat um 3,5 Prozent, im wichtigen Absatzmarkt Hongkong brachen sie sogar um 27 Prozent ein. Swatch-Rivale Richemont verlor an der Börse zwei Prozent an Wert.

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