April 30, 2020 / 11:32 AM / a month ago

Pandemie wird sehr teuer - Swiss Re rutscht in die roten Zahlen

FILE PHOTO: The logo of insurance company Swiss Re is seen in front of its headquarters in Zurich, Switzerland February 12, 2019. REUTERS/Arnd WIegmann/File Photo

Zürich (Reuters) - Verlässliche Schätzung dazu, welche Kosten den Versicherern durch die Coronavirus-Pandemie drohen, gibt es kaum.

Allerdings zeichnet sich ab: Es wird sehr, sehr teuer. Der Rückversicherer Swiss Re reservierte für Schäden durch den weltweiten Covid-19-Ausbruch im ersten Quartal vorsorglich fast eine halbe Milliarden Dollar und rutschte in die roten Zahlen. Doch das sind nur die erwarteten Kosten für abgesagte oder verschobene Veranstaltungen. Welche Zahlungen sonst noch auf den zweitgrößten Rückversicherer der Welt zukommen, sei “mitten in der Pandemie” nicht abzuschätzen, sagte Finanzchef John Dacey.

Barclays hatte jüngst vor dem “größten Schadenereignis in der Versicherungsgeschichte” gewarnt. Auf 40 bis 80 Milliarden Dollar schätzen die Analysten der britischen Bank die versicherten Schäden. Zudem sei von mehreren Hundert Milliarden Verlusten durch die Turbulenzen an den Finanzmärkten auszugehen. Europas führender Versicherer Allianz, Münchener Rück und andere Versicherer haben ihre Jahresprognosen bereits einkassiert und an der Börse hat der Sektor seit Jahrsanfang ein Viertel an Wert verloren.

ANSPRÜCHE AUS DER POLITIK

Zudem setzt die Politik die Branche in der Diskussion um den Ausschluss von Pandemie-Risiken unter Druck. Finanzchef Dacy sagte denn auch, Swiss Re werde sich gegen ungerechtfertigte Zahlungsansprüche wehren. Das Unternehmen sei seinen Zahlungsverpflichtungen immer nachzukommen. “Und wir werden in dieser Pandemie in diesem Sinne weitermachen.” Doch Aktionäre und andere Anspruchsgruppen würden erwarten, dass der Konzern nicht für Kosten aufkomme, wenn dies nicht vereinbart sei. Münchener Rück trat jüngst ebenfalls politischen Forderungen und unberechtigte Forderungen entgegen.

Dacey wies erneut darauf hin, dass die Branche die Kosten einer globalen Krise wie der Coronavirus-Pandemie nicht alleine stemmen könne und brachte Versicherungspools in Zusammenarbeit mit Regierungen, wie sie etwa bereits bei Terror-Risiken zur Anwendung kommen, ins Spiel. Auch die Münchener Rück zeigt sich aufgeschlossen für einen öffentlich-privaten Sonderfonds zur Absicherung von Pandemie-Risiken.

COVID-19 UND KATASTROPHEN KOSTEN HUNDERTE MILLIONEN

Unter dem Strich stand bei Swiss Re nach drei Monaten ein Verlust von 225 Millionen Dollar. Das Unternehmen stellte 476 Millionen Dollar für zu erwartende Covid-19-Schäden zurück. Teurer als veranschlagt waren zudem Naturkatastrophen wie Waldbrände, Hagelschäden und große Überschwemmungen vor allem in Australien. Bei den Anlagen führten die Marktturbulenzen infolge der Coronavirus-Krise zu einem Bewertungsverlust von rund 300 Millionen Dollar. Hätten die Schweizer ihre Anlagen nicht abgesichert, wäre der Verlust sogar noch höher ausgefallen.

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