July 31, 2019 / 6:00 AM / 4 months ago

Boeing-Absturz und Naturkatastrophen belasten Swiss Re

FILE PHOTO: The logo of Swiss insurer Swiss Re is seen in front of its headquarters in Zurich, Switzerland, September 23, 2015. REUTERS/Arnd Wiegmann/File Photo

Zürich (Reuters) - Hohe Aufwendungen für Natur- und von Menschen verursachte Katastrophen sowie die Sanierung des Geschäfts mit maßgeschneiderten Versicherungen für Großkunden haben dem Rückversicherer Swiss Re einen Gewinnrückgang eingebrockt.

Alleine der Absturz einer Boeing-Maschine von Ethiopian Airlines schlägt bei der Nummer zwei der Branche mit 130 Millionen Dollar Schadenbelastung zu Buche, wie Finanzchef John Dacey am Mittwoch sagte. Unter dem Strich stand nach sechs Monaten ein Gewinn von 953 Millionen Dollar, nachdem es im gleichen Zeitraum des Vorjahres noch eine Milliarde war. Die Prämieneinnahmen steigerte der Konzern aus Zürich um acht Prozent auf 18,16 Milliarden Dollar.

In der größten Sparte Schaden-Rückversicherung kamen die Schweizer neben dem Absturz der Ethiopian-Maschine vor allem Überschwemmungen, Sturm- und Hagelschäden in Australien und der Brand in einer Raffinerie teuer zu stehen. Zudem kostete der Taifun “Jebi”, der im September über Japan hinweggezogen war, mehr Geld als gedacht. Der sogenannte Schaden-Kosten-Satz schnellte auf 100,5 Prozent hoch, womit Zahlungen für Schäden und Verwaltung nicht mehr durch die Prämieneinnahmen gedeckt sind. Im gesamten Jahr soll die Kennzahl unter Ausschluss von Vorjahresentwicklungen 98 Prozent erreichen. Bei den Vertragserneuerungen im Juli, die vor allem in Nord- und Südamerika anstanden, steigerte Swiss Re das Prämienvolumen um 17 Prozent, seit Jahresanfang beträgt das Plus 23 Prozent.

GESCHÄFT MIT VERSICHERUNGEN FÜR GROSSKUNDEN WIRD SANIERT

Im Geschäft mit maßgeschneiderten Versicherungslösungen für Großkunden verlor Swiss Re Geld: 403 Millionen Dollar Verlust standen zu Buche, weil mehr Geld für Schäden reserviert und eine Rückversicherungsvereinbarung abgeschlossen wurde. Zudem wurden das Portfolio bereinigt und die Kapitalausstattung aufgepolstert. Die Maßnahmen sollen den Corporate Solutions genannten Bereich wieder rentabel machen, der normalisierte Schaden-Kosten-Satz soll bis 2021 auf 98 Prozent sinken.

Gut verdiente Swiss dagegen gut im Bereich Lebensversicherung und mit der Abwicklung geschlossener Versicherungsportfolios.

ENTSCHEIDUNG ÜBER GRÖßEREN AKTIENRÜCKKAUF NACH Q3

Der im Mai gestartete Rückkauf eigener Aktien für bis zu eine Milliarde Franken sei auf Kurs, erklärte Swiss Re. Die in Aussicht gestellte zweite Rückkauftranche in gleicher Höhe werde wegen des abgeblasenen Börsengangs der Sparte ReAssure weniger wahrscheinlich, sagte Finanzchef Dacey. Sie sei aber nicht ausschließlich daran geknüpft. “Sie ist nicht abgesagt worden und wir werden die Kapitalsituation des Konzerns im dritten Quartal bewerten.”

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