March 15, 2019 / 12:49 PM / 2 months ago

UBS bessert bei Vorsorgen für Rechtsstreit in Frankreich nach

FILE PHOTO: The logo of Swiss bank UBS is seen in Zurich, Switzerland October 25, 2018. REUTERS/Arnd Wiegmann/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD

Zürich (Reuters) - Die UBS wappnet sich nach der in erster Instanz verhängten Rekordbuße im Steuerverfahren in Frankreich für eine mögliche Strafzahlung.

Die Schweizer Großbank stellte für den Fall insgesamt 450 Millionen Euro zurück, wie sie in ihrem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht mitteilte. Das entspricht einem Zehntel der von einem Gericht in Paris Ende Februar verhängten Buße von insgesamt 4,5 Milliarden Euro. Die Bank hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt und erwartet eine jahrelange Auseinandersetzung.

Allerdings betonte die UBS weiterhin ihre Unschuld. Sie habe sich an sämtliche Gesetze gehalten und sei mit dem Urteil nicht einverstanden. Die Vorsorgen spiegelten die bestmögliche Einschätzung der Bank zu den erwarteten finanziellen Folgen des Rechtsstreits wider. Sollte das Urteil - wie von der UBS gefordert - aufgehoben werden, wolle die Bank die Vorsorgen wieder abbauen. Der Bank und einigen ihrer Mitarbeiter wird vorgeworfen, reichen Franzosen zwischen 2004 und 2012 dabei geholfen zu haben, ihr Geld vor dem französischen Fiskus in der Schweiz zu verstecken.

Zuvor hatte die UBS für den Fall offensichtlich nur geringe Rückstellungen gebildet: Deren Aufstockung schmälerte nun nachträglich den für 2018 ausgewiesenen Gewinn der Bank. Er liegt nun bei 4,5 Milliarden Dollar statt der bislang bekannten 4,9 Milliarden Dollar. Im Jahr zuvor hatte er wegen eines Sondereffekts lediglich 970 Millionen Dollar betragen. Die harte Kernkapitalquote sank auf 12,9 statt der zuvor angegebenen 13,1 Prozent. Die UBS peilt einen Wert von rund 13 Prozent an.

UBS-CHEF VERDIENT RUND 14 MILLIONEN FRANKEN

Auf die Entlohnung von Bankchef Sergio Ermotti hatte das keine großen Auswirkungen. Er erhielt für 2018 Gehalt und Bonus von 14,1 Millionen Franken (umgerechnet 12,4 Millionen Euro) - nach 14,2 Millionen Franken im Jahr davor. Damit ist Ermotti weiterhin einer der bestverdienendsten Manager in Europa: Zu den Top-Verdienern im deutschen Leitindex Dax zählt Allianz-Chef Oliver Bäte mit etwas mehr als zehn Millionen Euro und SAP-Vorstandschef Bill McDermott mit rund 9,8 Millionen Euro. In der Schweiz sind die Manager-Gehälter vergleichsweise hoch: Roche-Chef Severin Schwan etwa kam im Vorjahr auf 11,8 Millionen Franken. Bewertet man Aktien, die er im Zuge seiner aufgeschobenen Vergütung bekommt, zum aktuellen Marktpreis, beträgt sein Gehalt 15,1 Millionen Franken - und damit mehr als jenes von Ermotti. Roche erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Gewinn von 10,9 Milliarden Franken und damit mehr als doppelt so viel wie UBS.

An der Börse gab die UBS-Aktie am Freitag knapp zwei Prozent nach. Das könnte auch an dem schwierigen Start der Großbank ins neue Jahr liegen. “Trotz einer Erholung der Aktienmärkte sind die Kunden bisher im ersten Quartal vorsichtig geblieben”, hieß es im Geschäftsbericht. Daher werde es schwieriger für die Bank, ihre Ziele zu erreichen.

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