February 22, 2019 / 10:24 AM / a month ago

Trotz Rekordstrafe in Frankreich - UBS-Chef verteidigt Kurs

CEO Sergio Ermotti of Swiss bank UBS arrives before the annual news conference in Zurich, Switzerland January 22, 2018. REUTERS/Arnd Wiegmann

Zürich (Reuters) - UBS-Chef Sergio Ermotti hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Bank habe sich angesichts der Rekordstrafe in einem Gerichtsprozess in Frankreich verspekuliert.

“Die Vorstellung, dass wir bei dieser Sache pokern, ist völlig unpassend. Wir pokern nicht mit dem Kapital unserer Aktionäre”, sagte Ermotti am Freitag in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Ein Gericht hatte die UBS am Mittwoch in erster Instanz zu einer Zahlung von 4,5 Milliarden Euro verurteilt. Insidern zufolge hatte die Bank zuvor ein Vergleichsangebot für 1,1 Milliarden Euro abgelehnt. Ermotti bezeichnete das als Spekulation. Grundsätzlich sei die UBS zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten offen für Einigungen - sofern diese vernünftig seien. “Aber wir können das nicht zu jedem Preis.” Zudem würden die Vorwürfe gegen die Bank nicht durch Fakten gestützt. Die UBS könne sich diese Haltung auch aufgrund ihres dicken Kapitalpolsters leisten.

Der Bank und einigen ihrer Mitarbeiter wird vorgeworfen, reichen Franzosen zwischen 2004 und 2012 dabei geholfen zu haben, ihr Geld vor dem französischen Fiskus in der Schweiz zu verstecken. Die UBS hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt. Bis endgültig Klarheit herrscht, dürfte es wohl noch Jahre dauern.

Bis zur Veröffentlichung des Geschäftsberichts Mitte März will die UBS nun darüber entscheiden, ob sie für den Fall vorsorglich Geld auf die Seite legen muss. Zudem könnte das Urteil Einfluss auf die künftigen Ausschüttungen haben: Denn dabei berücksichtige die UBS ihren Geschäftsausblick und außerordentliche Vorfälle wie diesen, sagte Ermotti. Oberste Priorität der Bank sei es, die Dividenden abzusichern. An der für 2018 vorgeschlagenen Dividende von 70 Rappen plane die UBS festzuhalten.

Grundsätzlich hat das Institut seinen Aktionären eine jährliche Steigerung der Dividende im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Überschüssiges Kapital will die UBS bevorzugt über Aktienrückkäufe ausschütten.

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